AMK

Kaum Negativfolgen durch den Brexit

Im Zuge der Exportbelebung geht es für die deutsche Küchenmöbelindustrie auch in Großbritannien wieder aufwärts: War der Absatz im vergangenen Jahr aufgrund des Corona-Lockdowns und der Brexit-Unsicherheiten massiv eingebrochen (minus 16,4 Prozent), zeigte das erste Quartal 2021 ein deutliches Plus von rund 18 Prozent. „Unsere Branche hat sich gut auf die Anforderungen im Zuge des Brexits eingestellt und sendet positive Signale“, lautet daraufhin das Fazit von Volker Irle, Geschäftsführer der AMK, dies auch aufgrund der Erfahrungen von Mitgliedern der AMK-Arbeitsgruppe Internationalisierung.

Von weitgehend reibungslosen Abläufen bei der Zollabwicklung berichtet beispielsweise Christian Käsemann, der bei Ballerina Küchen den Export für den britischen Markt betreut. Zwar seien seit Jahresbeginn – also seit Austritt aus der EU - der bürokratische Aufwand für die Einfuhren nach Großbritannien und die damit verbundenen Kosten gestiegen. „Es gelingt es uns jedoch, den gewohnten Service sicherzustellen und Verspätungen zu vermeiden“, stellt Käsemann fest. Ein von Ballerina beauftragter Speditionsdienstleister meldet die Lieferungen beim britischen Zoll an. Ein Zollagent kümmert sich um die gesamte Abwicklung und die Bezahlung der Anmeldegebühren. Zölle werden auf die Küchenmöbel nicht fällig. Im Rahmen des Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich sind die Produkte zollbefreit. Im ersten Quartal habe sich das Geschäft mit den britischen Kunden erholt, so stellt auch Käsemann fest: „Die Nachfrage aus Großbritannien zieht derzeit spürbar an.“

Dank des gerade noch rechtzeitig vereinbaren Brexit-Abkommens läuft das ebenso für Miele sehr wichtige Geschäft in Großbritannien praktisch ohne Einschränkungen weiter, so heißt es aus Gütersloh. Ähnlich Positives ist vom Beschlagslieferanten Blum zu hören: „Wir befinden uns dort momentan auf Wachstumskurs“, sagt der zuständige Verkaufsmanager Martin Schaefer. „Die Erholung verläuft schneller als erwartet.“ Die Lieferungen auf den britischen Markt hätten sich inzwischen gut eingespielt, nachdem es zu Jahresbeginn zunächst vereinzelt Verzögerungen bei der Zollabfertigung gegeben habe. Allerdings sei wegen der bürokratischen Hürden ein deutlich höherer Arbeitseinsatz erforderlich.

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