VdDK

Corona führt zu Umsatzverlusten auf den Exportmärkten

Dank einer guten Inlandsentwicklung ist die deutsche Küchenmöbelindustrie bislang relativ robust durch die Corona-Krise gekommen (moebelkultur.de berichtete). Und das, obwohl auf nahezu allen relevanten Exportmärkten die Umsätze teils stark zurückgingen. Wie Stefan Waldenmaier, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) heute auf der Pressekonferenz bekannt gab, gingen die Auslandserlöse im 1. Halbjahr 2020 um 6,12 Prozent zurück. Besonders negativ zeigte sich dabei der April, in dem parallel zu nachgebenden Exportumsätzen von Minus 28 Prozent auch die Ausfuhrquote um etwa fünf Prozentpunkte auf unter 36 Prozent sank.

Seit Juni kündigt sich jedoch eine Trendwende an. In dem Monat zog der Export um drei Prozent an. Die Ausfuhren in die Eurozone verzeichneten sogar ein Plus von 4,3 Prozent. Die rückläufigen Auslandsumsätze für Juli (-5,81 % Export gesamt bzw. -1,78 % Export Eurozone) sind nach herausragenden Juli-Exportzahlen von 2019 in erster Linie „statistisch“ geprägt.

Grund für den Nachlauf beim Wiederanziehen des Exporte ist maßgeblich dier Zeitverzögerung beim Wiederanlaufen der Geschäfte in wichtigen Auslandsmärkten der deutschen Küchenmöbelindustrie. So hatte beispielsweise Frankreich – der mit einem Viertel aller Ausfuhren wichtigste Exportmarkt für deutsche Küchen – mit ca. Minus 18 Prozent Umsatzrückgang im ersten Halbjahr besonders deutlich Federn gelassen. Dagegen konnten die Ausfuhren in die Niederlandeum 4,6 Prozent zulegen. Der drittwichtigste Markt Österreich folgte dagegen wieder mit Minus 7,5 Prozent dem Negativtrend fast aller anderen Auslandsmärkte.

Die Entwicklung der Küchenimporte sah ähnlich aus. Sie gaben um Minus 12,45 Prozent nach und betrugen im ersten Halbjahr insgesamt etwas über 40 Mio. Euro. Knapp ein Viertel aller Küchenimporte kommen von Polen, welches trotz Corona-Krise die Importe nach Deutschland um 16 Prozent steigern konnte.

Mittlerweile stehen die Exportmärkte insbesondere in Europa aber wieder vor einer allmählichen Stabilisierung. So zeigen viele Märkte im August laut GfK-Zahlen eine stabile Anschaffungsneigung und eine zunehmend positivere Konjunkturerwartung. Insgesamt erwartet der VdDK für das Jahr 2020 ein Branchenwachstum von drei Prozent.

 

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