Insolvenz

Wie es bei Praktiker weitergeht – Max Bahr nicht betroffen

Beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg wurde gestern Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für acht operative Praktiker-Gesellschaften gestellt. Das Amtsgericht hat daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek für alle

Beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg wurde gestern Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für acht operative Praktiker-Gesellschaften gestellt. Das Amtsgericht hat daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek für alle acht Gesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Seagon verschafft sich momentan einen ersten Überblick über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen und wird dann Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufnehmen. "Zunächst müssen wir den Geschäftsbetrieb der Unternehmen stabilisieren, um so die Voraussetzung dafür zu schaffen, möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze zu sichern", sagt Seagon.
Seagon wird in den kommenden Wochen Möglichkeiten für ein Sanierungskonzept prüfen. Das zum 1. März 2012 in Kraft getretene Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) bietet ihm dazu verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, um Unternehmen zu restrukturieren und für die Zukunft neu aufzustellen. Nähere Angaben seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, wie das Unternehmen mitteilt. "Wir müssen uns erst einmal die Situation sehr genau anschauen. Dazu benötigen wir noch Zeit", sagt Seagon. Auch zu einzelnen Standorten könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.
Seagon kündigte an, gemeinsam mit den Geschäftsführungen und den Beschäftigten den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu wollen: "Die Filialen an allen Standorten bleiben geöffnet, der Verkauf geht mit allen Beschäftigten unverändert weiter." Um die Löhne und Gehälter der rund 8.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den acht Gesellschaften sicherzustellen, wird Seagon kurzfristig die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes beantragen.
Folgende Gesellschaften des Konzerns mit Sitz in Hamburg haben Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt: Baumarkt Praktiker Deutschland GmbH, Baumarkt Praktiker DIY GmbH, Baumarkt Praktiker GmbH, Baumarkt Praktiker Online GmbH, Baumarkt Max Bahr Praktiker Einkaufs GmbH, Baumarkt Praktiker Warenhandelsgesellschaft mbH, Baumarkt Praktiker Vierte GmbH, Baumarkt Praktiker Services GmbH, Hamburg.
Max Bahr mit seinen derzeit 132 Märkten und das Auslandsgeschäft sind von den Insolvenzanträgen nicht betroffen.