AGDW – Die Waldeigentümer

Starker Jahresauftakt mit der Politik auf der grünen Woche

Mit seinem traditionellen Empfang auf dem Berliner Messegelände hat der Verband AGDW – Die Waldeigentümer am gestrigen Abend die Grüne Woche und das Wahljahr eingeläutet. Zu den prominenten Gästen aus

Foto: AGDW/Sebastian Runge

Mit seinem traditionellen Empfang auf dem Berliner Messegelände hat der Verband AGDW – Die Waldeigentümer am gestrigen Abend die Grüne Woche und das Wahljahr eingeläutet. Zu den prominenten Gästen aus der Politik zählten Bundesminister Cem Özdemir, der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz, der FDP-Vorsitzende Christian Lindner, Ministerpräsident Hendrik Wüst aus Nordrhein-Westfalen, zahlreiche Landesministerinnen und -minister sowie Abgeordnete aus dem Bundestag, Landesparlamenten und dem Europaparlament. „Den großen Zuspruch verstehen wir nicht zuletzt als Anerkennung für das Engagement der bundesweit rund 2 Millionen Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer und deren berechtigte Anliegen“, sagte AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter vor den mehr als 1.000 Gästen.

Die Abendveranstaltung im Palais am Funkturm bot eine hervorragende Plattform, um sich rund um den Wald und die Forstwirtschaft auszutauschen. Der Empfang wurde in diesem Jahr vom Waldbesitzerverband Brandenburg mitausgerichtet.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sagte in seinem Grußwort: „Wir brauchen die Wälder. Und wir brauchen die Waldbesitzenden als jene, die sich um die Wälder kümmern. Für sie ist der Wald seit unzähligen Generationen ein Wirtschaftsraum, der Existenzen sichert. Die Waldbesitzenden haben in den letzten Jahren bereits viel geleistet, um die Wälder klimafest zu machen. Der Umbau des Waldes ist eine Generationenaufgabe. Waldbesitzende und Forstleute vor Ort wissen am besten, was zu tun ist, um den Wald zukunftssicher zu machen – wir unterstützen sie mit unseren Förderprogrammen nach Kräften.“

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz ging in seiner Rede auf die Bundes- ebenso wie auf die EU-Politik ein und betonte: „Unter meiner Führung wird es keine Änderung des Bundeswaldgesetzes geben. Wir wollen das 50-jährige Bestehen des Bundeswaldgesetzes feiern.“ Mit Blick auf die EU hob der Kanzlerkandidat der Union die Notwendigkeit hervor, die EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) zu überarbeiten. „Die Verschiebung allein reicht nicht“, stellte Merz fest. Wald ist für ihn „ein Stück unserer nationalen Identität“ und „Klimaschützer Nummer eins“.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner betonte in seinem Grußwort den Stellenwert des Eigentums und des individuellen Handlungsspielraums für die nachhaltige Waldbewirtschaftung. „Was nötig ist, um unsere Wälder zukunftsfähig aufzustellen, wissen die Frauen und Männer aus der Praxis am besten. Wir müssen den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer deshalb die notwendige Bewirtschaftungsfreiheit geben, schon im Interesse von effektivem Klimaschutz und Wettbewerbskraft“, sagte der FDP-Vorsitzende.

Sechs Wochen vor der Wahl ging AGDW-Präsident Bitter auf die AGDW-Forderungen der Waldbesitzer für die nächste Legislatur ein und rückte diese zugleich in eine längerfristige Perspektive. Im Wahljahr 2025 feiert das Bundeswaldgesetz, auch bekannt als „Verfassung für den Wald“, sein 50-jähriges Jubiläum. „Mit seinen klar formulierten Zielen und verlässlichen Grundsätzen bildet das bewährte Bundeswaldgesetz den angemessenen Rahmen für eine aktive Waldbewirtschaftung, die regional und standortabhängig die passenden Lösungen vor Ort findet – zeitgemäß und zukunftsweisend“, unterstrich Prof. Bitter. Er plädierte für eine Neuausrichtung der Forstpolitik, welche die Waldeigentümer:innen wieder in den Mittelpunkt des Handelns stellt.

Der AGDW-Präsident kritisierte die in der ablaufenden Legislatur erfolgte einseitige Priorisierung ökologischer Aspekte. Zur Nachhaltigkeit gehörten immer auch die soziale, also gesellschaftliche, wie auch die wirtschaftliche Komponente. So sei die Sicherung des Holzaufkommens aus heimischen Wäldern effizienter Klimaschutz, mit der Lebensqualität und Wirtschaftskraft einhergehe. „Um Nachhaltigkeit in diesem Sinne zu gewährleisten, benötigen wir hinreichende Bewirtschaftungsfreiheit. Denn wir alle wollen vitale, resiliente Bestände an die kommenden Generationen übergeben können – zu deren Wohl und zum gesellschaftlichen Nutzen“, unterstrich der AGDW-Präsident.