Küchenkonjunktur
Nicht so schlecht wie es aussieht
Zwar ist der Umsatz der deutschen Küchenmöbler im September mit -8,43 Prozent ein weiteres Mal zurückgegangen, doch bleibt der VdDK bei seiner Prognose für einen positiven Jahresabschluss. Für die ersten
Zwar ist der Umsatz der deutschen Küchenmöbler im September mit -8,43 Prozent ein weiteres Mal zurückgegangen, doch bleibt der VdDK bei seiner Prognose für einen positiven Jahresabschluss. Für die ersten neun Monate gibt das Statistische Bundesamt -3,38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum an, wobei das Inland bei -5,5 Prozent und die Entwicklung beim Auslandsumsatz genau auf Null steht.
VdDK-Geschäftsführer Dr. Lucas Heumann wies allerdings darauf hin, dass diese amtlichen Zahlen von den internen Verbandserhebungen abweichen. Bis einschließlich drittes Quartal haben sich danach die Auftragseingänge positiv entwickelt: mit einem Gesamtzuwachs von +4,1 %, der überwiegend aus dem Auslandsgeschäft gespeist wird (+9,3 % gg. +0,6% im Inland).
Für die Abweichungen gibt es zwei Erklärungen: „Zum einen nehmen Auftragseingänge regelmäßig die Umsatzentwicklung der folgenden Monate vorweg. Die Tatsache, dass gerade das 3. Quartal wieder positiv verlaufen ist, stimmt uns optimistisch für die Umsatzentwicklung bis zum Ende des Jahres. Wir rechnen damit, dass sich die negative Umsatzentwicklung per September bis dahin überwiegend erledigt hat.“
Ein zweiter Grund für die Divergenz ist aber auch der Alno-Effekt: Denn die VdDK-Erhebung erfasst und vergleicht die Auftragseingänge der meldenden Unternehmen nur dann, wenn die gleichen Unternehmen im Vergleichsmonat des Vorjahres ebenfalls Auftragseingänge gemeldet hatten. Durch die Insolvenz der Alno-Gruppe Mitte September 2017 jedoch tritt eine systemische Verzerrung dieser Statistik ein, weil spätestens ab Produktionseinstellung die zuvor bei der Alno- Gruppe eingegangenen Aufträge zumeist auf andere Unternehmen der Branche ‚umverteilt‘ wurden. Diese weisen dann zwingend einen überproportionalen Zuwachs der Auftragseigänge zum Vorjahr aus, ohne dass sich summarisch der Markt insgesamt so umfassend wie ausgewiesen verändert hätte.
Fazit Heumanns: „Die Entwicklung der Auftragseingänge Küche im dritten Quartal ist daher nach unserer Einschätzung zwar durchaus positiv, allerdings nicht in dem Umfang, den die unkommentierten Zahlen unserer Statistik nahelegen würden.“ Nach Heumanns Angaben löst sich die Gefahr von Fehlinterpretationen erst ab September 2018 auf.

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