Kerkhoff/Easyfurn
Zwei polnische Lieferanten schicken Volker Lochs Importgesellschaften in die Insolvenz
Ein schwieriges Jahr für Volker Loch: Erst machten ihm im Frühsommer unerwartet Altlasten von Cotta Probleme, jetzt ist ihm das Standbein in Polen entzogen worden. Denn zwei polnische Lieferanten haben
Ein schwieriges Jahr für Volker Loch: Erst machten ihm im Frühsommer unerwartet Altlasten von Cotta Probleme, jetzt ist ihm das Standbein in Polen entzogen worden. Denn zwei polnische Lieferanten haben für die Kerkhoff International GmbH einen Insolvenzantrag gestellt. Die Easyfurn GmbH musste aufgrund des Haftungsverbunds ebenfalls einen Antrag auf Eröffnung des Verfahrens stellen.
Volker Loch schildert in einer Pressemitteilung die Geschehnisse dieses Jahres mit schonungsloser Transparenz: Nach der Krise im Juni dieses Jahres sei es den Unternehmen nicht mehr gelungen, die volle Lieferfähigkeit zurückzuerlangen. Gründe hierfür seien die deutliche Kürzung der Kontokorrentlinie der Hausbank und die fehlende Deckung der Kreditversicherer gewesen, die zu Vorauszahlungen der Lieferungen bei den Lieferanten führte. Die Hausbank habe den Unternehmen auch nach Vorlage eines positiven Sanierungsgutachtens aus rechtlichen Gründen nicht die notwendige finanzielle Unterstützung geben können. Die Rechtslage kommentiert Volker Loch kritisch: "Das heutige Insolvenzrecht behindert die Sanierung von Unternehmen, da im Falle einer Insolvenz erhebliche Haftungsrisiken für Geldgeber bestehen. Dies hatte Kerkhoff im Fall Cotta ebenfalls schmerzlich getroffen und war Auslöser der nachfolgenden Probleme."
Kerkoffs und Easyfurns Lieferanten haben anfangs die Sanierung noch positiv begleitet, heißt es aus Dörentrup. Letztendlich hätten sich aber zwei polnische Lieferanten dazu entschlossen, "gegen Kerkhoff zu arbeiten und die Sanierungsbemühungen trotz sehr positiver Aussichten blockiert und alle Lösungsvorschläge abgelehnt."
In die Herbstmesse ging das Kerkhoff-Team noch voller Zuversicht: "In der Woche vor der M.O.W. waren wir sicher, die notwendige Anschub-Finanzierung über einen Investor geschafft zu haben. Dieser hatte finanzielle Unterstützung zugesagt, diese dann aber nach der M.O.W wegen der Unsicherheiten wieder zurückgezogen. Die M.O.W. war für beide Unternehmen sehr erfolgreich. Uns bleibt nun leider keine Zeit mehr, andere Alternativen weiter zu verfolgen."
Das weitere Prozedere steht bereits fest: "Nun gilt unsere ganze Aufmerksamkeit der Gründung einer Auffanggesellschaft, die die bestehenden Sortimente zum großen Teil übernehmen soll und auch bei der Abwicklung des Auftragsbestands in Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter unterstützen will. Hierfür steht ein Investor bereit. Sobald der Insolvenzverwalter durch das zuständige Gericht bestellt wurde, werden wir Gespräche aufnehmen."
Der Insolvenzverwalter ist Herr Hans-Achim Ernst, Bunsenstr. 3, 32052 Herford.

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