Zum Tod von Helmut Lübke

Es gibt immer Nachrichten, die wir nicht wahrhaben wollen. Und deren Dimension wir nur langsam begreifen. Die Nachricht vom plötzlichen Tod Helmut Lübkes gehört zu ihnen. Mit Helmut Lübke verliert

Es gibt immer Nachrichten, die wir nicht wahrhaben wollen. Und deren Dimension wir nur langsam begreifen. Die Nachricht vom plötzlichen Tod Helmut Lübkes gehört zu ihnen.
Mit Helmut Lübke verliert die Möbelwelt einen ihrer überzeugendsten Sympathieträger. Einen Freund, der sich über alle Turbulenzen hinweg seine leuchtenden Augen und sein unverwechselbares Lachen bewahrt hat. Und seine sonore Stimme, in der unverbrüchliche Verlässlichkeit mitschwang.
In seiner persönlichen Bescheidenheit verkörperte er den klassischen Unternehmer mit viel persönlicher Ausstrahlung. Voller Verantwortung für seine Mitarbeiter und deren betriebliche Umwelt. Und damit einen Selbstanspruch, der nicht mehr alltäglich ist.
Mit großer Kontinuität hat er so sein Polstermöbelwerk Cor zu internationalem Ansehen geführt. Und sich in Tagen der Not auch der familiären und unternehmerischen Verantwortung nicht entzogen, als Interlübke einen erfahrenen Vormann brauchte.
Niemand, den Helmut Lübke als Gesprächspartner nicht ernst genommen hätte. Niemand, dem er nicht als Erster einen Schritt entgegen gegangen wäre.
Wärme und Herzlichkeit waren sein Antrieb. Ebenso wie sein ungebrochenes Verständnis von Möbeln als einem unverwechselbaren Kulturgut. Das Vermächtnis großer Namen der Möbelkultur wurde ihm zum tragenden Leitmotiv seines Berufslebens. In einer Branche, die den Preis als beherrschendes Marketinginstrument herauskehrt, bot Helmut Lübke damit den genuinen Gegenpol. Indem er beharrlich darauf hinwies, was Möbel ihrem Wesen nach sind. Und bleiben sollten.
Helmut Lübke starb am 3. Oktober im Alter von 70 Jahren an Herzversagen.