Bax Küchen

Zu klein zum Überleben

„Warum Bax? Traditionelles Handwerk, hochwertige Materialien und viel, viel Liebe.“ Lange Jahre hat sich die Küchenmanufaktur aus Detmold mit diesem USP „als Geheimtipp“ am Markt behauptet und sich durch ihr spezifisches Knowhow und Nischenangebot einen herausragenden Ruf im Handel erworben. 1890 gegründet, musste das 132 Jahre alte Traditionsunternehmen bekanntlich am 26. Januar das vorläufige Insolvenzverfahren beantragen. Nun ist klar, dass es keine Chance für eine Weiterführung mehr gibt, wie Insolvenzverwalter Martin Schmidt soeben unserer Redaktion mitteilte.

Gestern sei der letzte potenzielle Investor abgesprungen. Es habe zwar einen Sanierungsplan gegeben und auch eine Reihe von Interessenten, aber letztlich keinen Durchbruch. „Der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Unsicherheiten haben die Situation nochmals erheblich erschwert“, erklärt Schmidt. Gleichwohl war die Ausgangslage des Unternehmens mit seinen 51 Mitarbeitern und 5 Mio. Euro Umsatz (2021) schwierig. Eine Größenordnung, die selbst als Manufaktur nicht zum Überleben reichte. Bis zuletzt habe der Gesellschafterkreis um Josef A. Wiese (auch Geschäftsführer) die Defizite finanziell ausgeglichen und damit dem Unternehmen die Stange gehalten. Doch die Hoffnung auf Wachstum und entsprechende Mengeneffekte, um die kostenintensive Produktion rentabel zu gestalten, hat sich nicht erfüllt. Dazu kamen in jüngster Zeit die Probleme am Beschaffungsmarkt und die rasant angestiegenen Preise, die nochmals die Kosten in die Höhe getrieben haben. Der im Sanierungsplan vorgesehene Versuch, mit einem Partnerunternehmen aus der Küchen- oder Kastenmöbelindustrie als eigenständiger Satellit für Sonderanfertigungen oder auch durch Übernahme ins Geschäft zu kommen, sei immerhin durchaus auf Interesse gestoßen. 

Am Freitag, 1. April wird nun plangemäß das offizielle Insolvenzverfahren eröffnet. Zwar werden keine neuen Aufträge mehr angenommen, doch die bestehenden werden möglichst vollständig abgearbeitet, so wird versprochen. Die Handelspartner sind über die aktuelle Lage bereits informiert. Materialvorräte seien weiterhin vorhanden und die Entlohnung bis einschließlich April abgesichert, auch wenn nur noch bis Ende März Insolvenzgeld gezahlt wird. Mit Blick auf die 51 Mitarbeitenden ist Rechtsanwalt Schmidt jedoch zuversichtlich, dass sie bei der aktuellen Arbeitsmarktlage und angesichts ihrer hohen Qualifikation bald einen neuen Arbeitgeber finden.

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