Design-Markt

Würden Sie eine Million für ein Sitzmöbel zahlen?

Die Versteigerung der "Lockheed Lounge" von Mark Newson erzielte bei einer Versteigerung des Auktionhauses "Christie's" im vergangenen Jahr eine Million Euro – und ist damit das teuerste Einrichtungsstück aller Zeiten.

Die Versteigerung der "Lockheed Lounge" von Mark Newson erzielte bei einer Versteigerung des Auktionhauses "Christie's" im vergangenen Jahr eine Million Euro – und ist damit das teuerste Einrichtungsstück aller Zeiten. Natürlich geht es auch etwas günstiger, wie die erzielten Preise auf der jüngst vergangenen "Design Art London" zeigten: 330.000 Euro brachte der von Zaha Hadid entworfene "Dune"-Tisch und die Chaiselongue "Loop Loom" von Ron Arad für Arcturial wurde für 123.000 Euro an den Mann oder die Frau gebracht. Ein wahres Schnäppchen dagegen war ein "Oxford Chair" von Arne Jacobsen (Dansk Möbelkunst) für knapp 25.000 Euro. Was unglaublich klingt, hat seinen Grund, wie Sascha Lehnartz in der letzten Ausgabe der "Welt am Sonntag" schreibt. Der Aufbau einer Kunstsammlung sei bei den derzeitigen Marktgesetzen kaum noch möglich. Die Preise für Moderne Kunst haben in letzter Zeit die Ergebnisse für klassische Werke noch übertroffen. Da sind die Kosten für Designoriginale in einer Erstauflage noch vergleichsweise überschaubar, auch wenn die ersten Überhitzungserscheinungen à la "Lockheed Lounge" sich bereits abzeichnen. Über die Unwägbarkeiten der Branche schreibt Lehnartz: "Noch hat der junge Designmarkt allerdings das Problem, dass Voraussagen darüber, welche Designer als zuverlässige Wertanlage gelten können, wackelig sind." Als gute Anlage gelten zum einen die großen Vertreter der Klassischen Moderne wie Le Corbusier oder Jean Prouvé und zum anderen die etablierten Postmodernisten wie Ron Arad oder Mark Newson. Bei noch unbekannten Designern kann man dagegen leicht daneben liegen.
Also erstmal den sicheren Weg anpeilen. Wenn es dann für ein ganzes Designmöbel nicht reicht – ein Tischbein oder ein Schrankknopf wird wohl drin sein.