Wird Bruno Steinhoff sich wieder mehr ins operative Geschäft einmischen?

Steinhoff

Wohin stapft der Polster-Riese?

Noch vor einem Jahr fragte "moebelkultur.de" auf der Pressekonferenz in Westerstede, ob Bruno Steinhoff (Foto) sich wieder verstärkt in das operative Geschäft seiner Polster-Division einmischen werde. "Ich vertraue auf seine Ratschläge, aber die Entscheidungen treffe ich", stellte Andreas Bogdanski damals klar.

Nun mischte sich der Elder Statesman der Möbelindustrie wieder ins Tagesgeschäft ein und zog bei seinem CEO, der seit 1997 für die Steinhoff-Gruppe arbeitete, die Notbremse.

Angetreten war Andreas Bogdanski, um das Polster-Dickschiff mit 300 Mio. Euro Umsatz wieder flott zu machen. In seinen zwei Jahre an der Spitze der Steinhoff Europe Upholstery Division fällt insbesondere die Wiederbelebung der Traditionsmarke Hukla, die vom Handel mit offenen Armen aufgenommen wurde. Daneben machte das Aufsehen erregende Experiment, Marken im konsumigen Bereich zu etablieren, von sich reden: Die RTL II-Möbelkollektion, die heute immerhin von Neckermann vermarktet wird, der DFB-Fernsehsessel zur Fußball-WM und eine Ed Hardy-Serie waren das Ergebnis. Auch die Esprit Home Collection entwickelte sich nach schwierigen Jahren zuletzt immer besser. Noch zur M.O.W. war sich Bogdanski sicher: "Wir haben einen guten Lauf".

Offenbar war das gesamte Steinhoff-Gebilde dann aber doch eine Nummer zu groß für den CEO. Das gesamte Europa-Geschäft stellt nun einmal andere Anforderungen als das Steinpol-Business in Polen. Dafür spricht auch die hohe Personalfluktuation, die in seine Amtszeit fällt und die ihm auch in vielen Kommentaren auf moebelkultur.de angekreidet wird.

Bruno Steinhoff will sich nun gegen Ende der Woche mit seinem Führungsgremium zusammensetzen und die Strategie für die Zukunft festzurren. Sicher ist, dass das Motto "Volksmöbel aus einer Hand" anzubieten, mit dem Bogdanski im April 2009 angetreten war, weiter verfolgt werden wird. Jeder andere Anspruch wäre untypisch für eine Persönlichkeit wie Bruno Steinhoff. Wie weit er sich nun tatsächlich wieder ins operative Geschäft einschalten wird, bleibt vorerst offen.

Diese Seite teilen