Ekornes

Wird chinesisch

Nach Siematic und Rolf Benz wird eine weitere bekannte Möbelmarkte künftig aller Voraussicht nach in chinesischer Hand sein. Der Vorstand der norwegischen Ekornes SAS – mit den Marken Stressless, Svane und IMG – hat gestern eine Vereinbarung mit der Qumei Home Furnishing Group  bekanntgegeben. Demnach empfiehlt der Vorstand einstimmig, das Angebot der Chinesen zum Erwerb sämtlicher Aktien, zum Preis von 139 NOK pro Aktie (14,64 Euro), anzunehmen. Das entspricht einem Aufschlag von über 17 Prozent zum Schlusskurs am 22. Mai 2018. Aktionäre, die 25,65 Prozent halten, darunter Nordstjernan AB, Stian Ekornes sowie weitere Mitglieder der Ekornes-Famile und Nils Gunnar Hjellegjerde, haben demnach bereits zugestimmt.

„Diese Vereinbarung eröffnet Ekornes und unseren renommierten Marken wie Stressless und IMG in China und in bestehenden Märkten neue Wachstumschancen. Qumei ist ein führender Möbelkonzern mit mehr als 850 Geschäften in China“, betont Olav Holst-Dyrnes, CEO von Ekornes. Qumei will sein Filialnetz um weitere 500 Standorte ausbauen, plus zusätzliche 1.500 bis 2.000 Shop-in-Shop-Flächen.

Zudem verspricht sich Holst-Dyrnes, dass die Vereinbarung mit Qumei große Chancen bietet, nicht nur den Verkauf in China anzukurbeln, was zu einem Zuwachs der Produktion in Norwegen führen soll. Denn nicht nur der Hauptsitz im norwegischen Sykkylven soll erhalten bleiben, sondern auch die Fertigungsstätten in Norwegen, den USA, Thailand und Vietnam. Zudem gelten die bestehenden Vereinbarungen mit den Händlern und anderen Geschäftspartnern wie gehabt.

„Wir verfolgen Ekornes seit vielen Jahren und sind von der starken Marke und der fortschrittlichen Produktion beeindruckt. Wir freuen uns darauf, die Ekornes-Marken in dem schnell wachsenden chinesischen Markt einzuführen. Die Übernahme des Unternehmens entspricht unserer Strategie und ist der erste entscheidende Schritt unserer Globalisierungsbemühungen“,  erläutert Ruihai Zhao, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Qumei, der voraussichtlich Vorsitzender des Ekornes-Vorstands werden und auch vor Ort in Norwegen arbeiten wird. Stian Ekornes und Nora Larsson werden auch künftig Vorstandsmitglieder bleiben.

Bereits vor über einem Jahr gab es die ersten Kontakte zwischen Ekornes und Qumei. „Wir haben uns auch in China getroffen und waren beeindruckt wie dort Produkte und Marketingkonzepte entwickelt werden. Beide Unternehmen sind voller Leidenschaft für Möbel und Qualitätsprodukte“, erklärt Nora Larsson.  

Der Umsatz von Ekornes lag 2017 bei 3,2 Mrd. NOK (ca. 326 Mio. Euro). Der Konzern beschäftigt aktuell 2.140 Mitarbeiter. Der Konzern ist an der Osloer Börse notiert und zählt über 2.700 Aktionäre. Qumei beabsichtigt, allen Aktionären das Angebot zum Verkauf ihrer Anteile zu unterbreiten. Wenn Qumei Angebotsannahmen der Aktionäre erhält, die mehr als 55,57 Prozent der Anteile umfassen, wird die Transaktion abgeschlossen. Es wird davon ausgegangen, dass noch im Juli eine Einigung erzielt werden kann.

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