Kanzlerkandidat der CDU/CSU: Armin Laschet. Foto: CDU/Laurence Chaperon

Was CDU/CSU für den Einzelhandel tun wollen

"Wir werden einen Zukunftspakt für Innenstädte schmieden"

Im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl am 26. September hat der Handelsverband Wohnen und Büro e.V. (HWB) im 2. Quartal im Namen seiner Fachbereiche Koch- und Tischkultur (GPK), Möbel und Küchen (BVDM) sowie Büro und Schreibkultur (HBS) die Spitzenkandidaten der sechs größten Parteien – CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke und AfD um deren Meinung zur Coronapandemie und zu geplanten Maßnahmen für den stationären Einzelhandel gebeten. Alle Parteien haben identische Fragen erhalten und dem HWB gegenüber beantwortet. Motivation hierfür war, ein übersichtliches Meinungsbild der Politik zu Corona und zum Lockdown-geplagten stationären Fachhandel zu erhalten. Die Antworten der AfD lagen zum Redaktionsschluss am 5. August 2021 nicht vor und konnten daher nicht in die Übersicht aufgenommen werden.
In der heutigen Folge veröffentlichen wir die Antworten von CDU/CSU.

1. Der stationäre Non-Food-Einzelhandel leidet unter der Corona-Pandemie. Welche Hoffnungen und Ausblicke wollen Sie unseren Händlern hierzu mitteilen?
4. Wenn der Non-Food-Einzelhandel noch länger geschlossen bleibt, werden auch die Innenstädte einem „Stillegungsprozess“ unterworfen. Wie können wir langfristig attraktive Innenstädte erhalten und gestalten, ohne dass viele Einzelhändler der Insolvenzgefahr ausgesetzt sind?

(Die Antworten zu den Fragen 1 & 4 wurden zusammengefasst beantwortet): Wir wollen unsere Innenstädte erhalten. Sie müssen nach der Corona-Krise modern gestaltet und in ihrer Funktion als Orte der Begegnung und Vielfalt gestärkt werden. Lebendige Fußgängerzonen, Marktplätze und der vielfältige Einzelhandel vor Ort machen unsere Städte lebenswert. Gleichzeitig stehen unsere Einzelhändler mit der Digitalisierung und dem E-Commerce vor enormen Herausforderungen und auch die Corona-Pandemie stellt für sie eine historische Belastung dar. Dabei wollen wir die Einzelhändler unterstützen und begleiten, um auch in Zukunft ein verlässlicher Partner zu sein.

Deshalb werden wir einen Zukunftspakt für Innenstädte schmieden. Als wichtigen Teil des Pakts werden wir zusätzlich zu den bestehenden Städtebauprogrammen ein Förderprogramm „Attraktive Innenstadt“ auflegen, von dem auch kleinere Städte und Gemeinden profitieren. Damit wollen wir deutlich mehr Mittel bereitstellen, beispielsweise für die Modernisierung von Fußgängerzonen oder den Umbau von Passagen und Ladengeschäften. Auch Dorf- und Innenstadtmanager mit einschlägigem Know-how sollen so gefördert werden können. Wir werden Smart-City-Konzepte entwickeln und ein eigenständiges Programm für mehr Grünflächen und natürliche Vielfalt in der Stadt auflegen.

Auch die Dorfkernsanierung werden wir noch stärker fördern. Alle Altersgruppen sollen mitten im Ort am öffentlichen Leben teilhaben können. Dazu werden wir den Wohnraum im Ortskern für Alt und Jung neu in den Blick nehmen, die dortige Ansiedlung von Unternehmen und Start-ups mit Investitionszulagen fördern und den Ausbau der Mehrfunktionshäuser und Dorfläden unterstützen.

2. Der Einzelhandel ist kein Hotspot des Coronaviruses. Wie kann eine dauerhafte Öffnung der Geschäfte möglich sein, wenn wir noch länger mit dem Virus leben müssen?
Bund und Länder haben bei stabiler und sinkender Infektionslage Öffnungsschritte vereinbart, über die das jeweilige Bundesland entscheidet. Entscheidend für Planungssicherheit für den Einzelhandel ist nicht nur der Stufenplan, sondern auch die steigende Zahl geimpfter Personen, der digitale Impfpass sowie die Eindämmung der Risiken durch neue Virus-Mutanten.

3. Finanzielle Hilfen sind ein Teil der Corona-Strategie der Bundesregierung. Hier gab es einige Probleme bei der Umsetzung/Antragsstellung. Was raten Sie unseren Mitgliedern, um an eine umfassende und schnelle finanzielle Hilfe zu gelangen? Wie können beispielsweise Abschlagszahlungen schneller ausgezahlt werden?
Wir haben in der Krise stets nachgebessert und kontinuierlich angepasst. Erstens haben wir, um die Wirtschaft zu stabilisieren, Konjunkturprogramme verabschiedet und zweitens Überbrückungshilfen passgenau und zielgerichtet beschlossen. Zudem haben wir die Neustarthilfe auf den Weg gebracht, November- und Dezemberhilfen verabschiedet und auch die Überbrückungshilfe III für Unternehmen inzwischen verlängert und ausgeweitet. Wir haben stets schnell und entschlossen gehandelt, um größeren wirtschaftlichen Schaden abzuwenden und bei Bedarf immer wieder nachgebessert bzw. aus Fehlern gelernt.

4. siehe Antwort 1.

5. Der Einzelhandel ist von Service-, Beratungsleistungen und dem Einkaufserlebnis vor Ort geprägt. Der Online-Handel kann diese Leistungen nur zum Teil bieten. Was raten Sie einem stationären Händler, wie er sich für das Jahr 2030 unternehmerisch aufstellen soll?
Damit der Einzelhandel auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften kann, muss die durch die Digitalisierung anhaltende Transformation genutzt werden. Weitere Investitionen in die digitale Transformation und digitale Kompetenzen sind unausweichlich – auch, um den Kundenfokus nicht zu verlieren. Dazu braucht es ein integriertes Online- und Offline-Angebot, um verschiedene Kanäle (Multichannel- und Marktplatz-Formate) für das Kauferlebnis anzubieten. Insbesondere Marktplatz-Formate werden in den kommenden Jahren für Unternehmenswachstum entscheidend sein. Dabei braucht es für Kunden mehr Transparenz und einen besseren Überblick, was die Informationen über Güter, Preise und Empfehlungen sowie Personalisierung betrifft. Auch strategische Partnerschaften mit überregionalen Anbietern auf vor- oder nachgelagerten Stufen können bei der Reichweite und der Angebotsvielfalt unterstützend wirken.

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