Nina Hamann-Hensel mit ihrem Team während der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Auch die Regionalpresse berichtete sehr positiv über die Feierlichkeiten.

75 Jahre Essener Möbelgeschichte

Alles begann 1946 mit dem Polstereibetrieb von Hubert Hensel sen.

Nina Hamann-Hensel leitet das Familienunternehmen gemeinsam mit ihrem Hausleiter Michael Kortwinkel.

In diesem Jahr wurde viel in das Haus investiert. Jetzt kommt die Küchenabteiling dran.

75 Jahre Jubiläum bei Möbel Hensel

„Wir können uns mit Persönlichkeit im nördlichen Ruhrgebiet behaupten“

Möbel Hensel ist eine echte Einzelhandelsperle im Ruhrgebiet. Seit 2004 führt Nina Hamann-Hensel den Betrieb in dritter Generation und versteht es, mit Charme, Geschick und Persönlichkeit den Standort inmitten von Großflächenanbietern in die Zukunft zu führen. Gerade hat das EMV-Mitglied sehr erfolgreich 75 Jahre Jubiläum gefeiert. Wir haben dieses Event zum Anlass genommen und mit der Inhaberin gesprochen, um herauszufinden, was Möbel Hensel so besonders macht.

möbel kultur: Frau Hensel, wie ist das 75-jährige Jubiläum insgesamt verlaufen?

Nina Hamann-Hensel: Für uns ist das etwas sehr Besonderes gewesen. Mein Opa hat 1946 gleich hier ein paar Straßen weiter als Polsterer angefangen und mein Vater hat das Unternehmen dann zum Einrichtungshaus ausgebaut. Und ich führe das Haus nun auch schon seit einigen Jahren. Wir waren immer hier in diesem Ortsteil, was ja nicht selbstverständlich ist. Essen ist eine Großstadt mit knapp 600.000 Einwohnern und früher gab es in jedem Essener Stadtteil ein Möbelhaus. Wir sind eines der letzten beiden verbliebenen, das hier in dieser Größe überlebt hat.

möbel kultur: Wie haben Sie sich hier im Ruhrgebiet so lange halten können?

Nina Hamann-Hensel: Das ist uns gar nicht unbedingt ins Stammbuch geschrieben, denn die Immobilie ist sehr ungewöhnlich als Einzelhandelsstandort. Es ist ein Wohnhaus, das von der Straße aus nicht sonderlich groß aussieht. Hier kommt man nicht zufällig vorbei, sondern man muss uns gezielt ansteuern.

Und dennoch behaupten wir uns zwischen Ostermann in Bottrop und XXXL Kröger in Essen. Wir liegen ziemlich genau in der Mitte der beiden und es gibt immer mal wieder Kunden, die zu uns abbiegen, weil sie auf der Großfläche nicht fündig geworden sind oder sich nicht gut betreut fühlen. Die Reaktionen sind dann immer sehr positiv, denn wir sind klein, familiär, haben tolle Mitarbeiter und wir zielen darauf ab, den Kunden zu verwöhnen und ihm eine Auszeit vom Alltag zu bieten.

möbel kultur: Wie groß ist ihr Kerneinzugsgebiet?

Nina Hamann-Hensel: Das sind etwa 8 km Radius ums Haus, aber wir erreichen durch unseren digitalen Auftritt und unsere Werbung im Internet auch viele Kunden aus den anliegenden Städten wie z.B. Gelsenkirchen, Bottrop und Herne. Wenn jemand online nach Möbeln in Essen sucht, dann landet er bei uns. Darüber hinaus entwickelt sich unser Instagram-Auftritt, auch wenn es schon eine ziemliche Herausforderung ist, auf diesem Kanal unsere Reichweite zu vergrößern, aber es führt kein Weg daran vorbei und Instagram ist ein Muss für unseren Marketing-Mix. Unser Jubiläum haben wir dort auf jeden Fall prominent gespielt.  Und auch von den digitalen Aktivitäten des EMV, in dem wir Mitglied sind, versprechen wir uns noch einiges. Die „MyPOS“-Module bringen zum Teil schon konkrete Aufträge.

möbel kultur: Wie viele Mitarbeitende beschäftigen Sie?

Nina Hamann-Hensel: Wir haben 25 Köpfe und 18 Vollzeitstellen in unserem Team – bei einer Hausgröße von etwa mehr als 3.000 qm. Ich glaube fest daran, dass wir uns mit Persönlichkeit gegen die Großen behaupten können. Wir kennen unsere Stammkunden mit Namen. Das Vertrauen hat sich gerade während der Pandemie insbesondere im Küchen-Segment ausgezahlt. Wir beschäftigen exzellente Monteure, denen wir es zu verdanken haben, dass wir im Service hervorragend bewertet werden. Das zahlt sich auch im Employer Branding aus: Vor kurzem hat sich ein Monteur bei uns gemeldet, der wegen der guten Kommentare im Netz auf uns aufmerksam geworden ist und deshalb bei uns arbeiten wollte.

möbel kultur: Und wie ist die Jubiläumsaktion nun konkret verlaufen?

Nina Hamann-Hensel: Die Jubiläumsaktion lief von Oktober bis Ende November. Wir wollten das eigentlich schon im Frühjahr machen, aber nun ist es am Ende wirklich großartig verlaufen. Im Oktober konnten wir erfreulicherweise auch mal wieder ein Kunden-Event machen, was der ganzen Belegschaft auch sehr gut getan hat. Wir haben viele Service-Leistungen gratis angeboten oder auch eine 5-Jahres-Garantie im Polster-Bereich vergeben. Wir haben uns selbst ein neues Logo geschenkt, entsprechend neue Give-aways wie z.B. tolle Regenschirme verteilt. Das Haus war geschmückt und es stand ein Burger-Truck auf dem Hof. Bei dem Kundenevent waren etwa 300 Kunden da und wir konnten viele persönliche Gespräche führen. Auch ein Zeitungsartikel über unser Jubiläum hat uns große Resonanz gebracht.

möbel kultur: Und was war die Quintessenz der Gespräche mit Ihren Kunden?

Nina Hamann-Hensel: Letztlich wollen die Kunden bei uns Service. Darin liegt unsere Berechtigung. Wir nehmen uns Zeit für die Kunden, hören Ihren Wünsche ganz genau zu. Neben einer qualifizierten Beratung nehmen wir dem Kunden alle weiteren Sorgen ab: Wir sind zuverlässig und pünktlich und nehmen die alten Möbel auf Wunsch mit. Und unsere Monteure wissen, dass es gut ankommt, wenn sie das Bild über dem neuen Polstermöbel auch noch schnell anbringen.

möbel kultur: Leiten Sie das Unternehmen allein oder ist es noch ein Mehrgenerationenbetrieb?

Nina Hamann-Hensel: Nein, das mache ich heute mit unserem Hausleiter Michael Kortwinkel allein. Mein Vater ist noch in beratender Funktion für mich da. Aber da ich noch zwei Kinder im Schul-Alter habe, ist das immer ein Spagat im Alltag. Mein Mann arbeitet in einem ganz anderen Bereich, der ihn voll in Beschlag nimmt. Manchmal wünsche ich mir natürlich, dass der Tag mehr Stunden hätte. Solange es Spaß macht, ist alles gut. Aber auch ganz klar: Ohne meinen wunderbaren Hausleiter Michael Kortwinkel wäre das alles so nicht zu machen.

möbel kultur: Was möchten Sie noch umsetzen?

Nina Hamann-Hensel: Wir haben im vergangenen Jahr wie die gesamte Einrichtungsbranche eine gute Geschäftsentwicklung gehabt. Deshalb konnten wir viele Dinge endlich anpacken, die lange Zeit liegen geblieben sind. Zum Beispiel haben wir den Parkplatz neu asphaltiert. Überhaupt hat der hintere Gebäudeteil ein Facelift bekommen. Im kommenden Jahr möchte ich gern die gesamte Küchenabteilung generalüberholen. Als ursprüngliche Polsterei hatten wir in den besten Jahren einen Polsteranteil von mehr als 40 Prozent. Das hat sich auch aufgrund der Polsterfachmärkte in der Region, was uns Markt weggenommen hat, bei uns zugunsten der Küchen verschoben. Die Ideen gehen uns also nicht aus.

Diese Seite teilen