Möbel Debbeler betreibt in Visbek eine VK-Fläche von 5.000 qm.

Möbel Debbeler

"Wir können schnell reagieren"

Möbel Debbeler in Visbek ist ein klassischer Mittelständler. Das Alliance-Mitglied betreibt eine Verkaufsfläche von insgesamt 5.000 qm. Bislang sind Georg Debbeler und sein Team recht gut durch die Krise gekommen. Die „möbel kultur“ hat bei ihm nachgefragt, wie es gerade läuft und was er zu den neuen Öffnungsregeln meint.

Herr Debbeler, wie sind Sie bislang durch die Krise gekommen? Welche Maßnahmen mussten Sie schon ergreifen?
Wir freuen uns, dass unser Lager, unser Auslieferungsteam und unsere Verwaltung auch während des Shutdowns noch auf Hochtouren arbeiten können. Unsere Küchen- und Einrichtungsfachberater waren und sind ebenfalls an mehreren Tagen in der Woche vor Ort im Möbelhaus. Demnach konnten und können wir auch jetzt alle vereinbarten Liefertermine einhalten, neue aufnehmen und den Kontakt zu unseren Kunden aufrechterhalten. In diesem Zusammenhang nutzen wir auch die Neuen Medien sehr verstärkt, um alle Fragen, Interessen und Planungswünsche unserer Kunden online bzw. digital beantworten zu können. Das heißt wir sind per E-Mail, aber auf Wunsch auch mit den Programmen Teams oder Zoom aktiv.
Daneben versuchen wir die Zeit bestmöglich zu nutzen: Wir nehmen beispielsweise an Online-Schulungen teil. Hier haben wir aktuell sehr gute Erfahrungen mit Leif Kania Consulting aus Wees bei Flensburg gemacht. Wir erneuern unsere Küchen- und Möbelausstellung, erledigen lange aufgeschobene Arbeiten, räumen unser Lager auf und arbeiten an Plänen und Visionen für die Zukunft.
Gleichwohl haben auch wir Kurzarbeit beantragt, um uns wirtschaftlich absichern zu können. Bislang haben wir diese Maßnahme noch nicht genutzt, aber es gibt uns Hoffnung, mithilfe dieser staatlichen Unterstützung durch die derzeitige Krise zu kommen. Dabei liegt es mir sehr am Herzen, dass alle Mitarbeiter die Differenz zur Kurzarbeit ausgeglichen bekommen, damit sie keinen Nachteil erfahren müssen.

Nun wurde entschieden, dass Läden mit einer Fläche von max. 800 qm wieder öffnen dürfen. Wie bewerten Sie das?
Damit bin ich natürlich total unzufrieden. Denn warum dürfen Gartencenter und Baumärkte öffnen, Möbelhäuser aber nicht? Das erschließt sich mir nicht. Zumal die Gartencenter jetzt im Frühjahr voll sind, die Frequenz in den Einrichtungshäusern in dieser Jahreszeit erfahrungsgemäß eher gering ist. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Das ist einfach ungerecht. Dazu kommt, dass NRW ganz aktuell beschlossen hat, dass jetzt plötzlich alle Möbelhäuser öffnen dürfen. Wo soll das hinführen?

Wie stellen Sie sich eine, wenn auch stufenweise Eröffnung vor?
Wir haben aktuell das Glück, dass wir unser separates Küchenhaus, welches gegenüber von unserem Einrichtungshaus liegt, jetzt wieder öffnen können, da es unter die Flächenbeschränkung fällt. Hier werden wir natürlich auf eine erhöhte Sicherheit zum Schutz für unsere Kunden und für unsere Mitarbeiter achten: eine kontrollierte Be- und Entlüftung für ein gesundes Klima im Haus, Schutzwände und Desinfektionsmittel für mehr Hygiene an allen Arbeitsplätzen und im Kassenbereich sowie Masken für alle.

Hat ein klassischer Mittelständler, wie Sie es sind, jetzt Vorteile gegenüber einem großen Filialisten?
Unser Vorteil ist in der derzeitigen Lage, dass wir schnell reagieren können. Sicherlich schneller als so manche Dickschiffe. So konnten wir uns zügig auf die Nutzung neuer Medien einstellen. Auf unserer Website zeigen wir Videos, in denen wir die Kunden über die aktuelle Lage informieren. Zudem haben wir sowohl bei Facebook als auch bei Instagram eine Shop-Funktion installiert. Das bringt jetzt natürlich nicht die riesigen Umsätze, aber auch so halten wir den Kontakt zu den Kunden.

Wie hat Sie Ihr Verband, Alliance, in den letzten Wochen unterstützen können?
Wir wurden umfassend und stets aktuell über alles Wichtige informiert. Das funktioniert wirklich reibungslos. Im Intranet gibt es einen „Corona“-Ordner mit Infos zu Kurzarbeitergeld, Anträgen dazu, KfW-Hilfen etc. Ganz aktuell hat sich der Verband zum Beispiel um eine Sammelbestellung von Schutzmasken gekümmert. Eine riesige Hilfe, um die Liquidität zu sichern, war die vorgezogene Gewinnausschüttung, noch vor der JHV, auch die Boni wurden bereits verteilt. Das sind echte Hilfen!

Und was bedeutet die Corona-Krise für die Zukunft von Möbel Debbeler?
Wir feiern in diesem Jahr unseren 90. Geburtstag, auch wenn das gerade etwas in den Hintergrund rückt. So schnell lassen wir uns also nicht aus der Bahn werfen. Wobei wir vor der Krise auch sehr gut aufgestellt waren. Wir entwickeln uns stetig in allen Bereichen weiter und sind offen für neue Dinge. Unsere Vision heißt schon lange, schneller und aktueller als der Wettbewerb zu sein! Darüber hinaus verfügen wir über eine große Anzahl an Stammkunden. Auch das hilft in so einer Zeit. Wir blicken also zuversichtlich in die Zukunft.

 

 

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