HDE

"Wir brauchen dringend eine wahrnehmbare Wirtschaftspolitik"

Zur Eröffnung des Deutschen Handelskongresses 2017 in Berlin fordert HDE-Präsident Josef Sanktjohanser die kommende Bundesregierung dazu auf, die Wirtschaft zu stärken und die Kaufkraft zu stabilisieren. Er machte deutlich, dass die Politik entscheidende Zukunftsthemen wie die digitale Transformation oder die Bildung entschlossen angehen sollte. Die Arbeitswelt habe sich im Zuge der Digitalisierung grundlegend verändert und benötige Regeln mit mehr Flexibilität. Zudem seien die Unternehmen auf einen rechtlichen Rahmen für den grenzüberschreitenden Handel angewiesen, damit ein fairer Wettbewerb zwischen allen Marktbeteiligten auch in Zukunft möglich ist. Darüber hinaus ist eine gute Verbraucherstimmung wichtig für den Handel: „Der Konsum hat sich in den letzten Jahren als zuverlässige Säule der Konjunktur erwiesen. Wenn wir wollen, dass das so bleibt, müssen wir für eine langfristig stabile Kaufkraft in Deutschland sorgen“, so Sanktjohanser.

Das sei angesichts der sprudelnden Einnahmen auch ein Gebot der Fairness. Die Teilhabe der Mittelschicht am Wohlstand sollte wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Dabei gehe es darüber hinaus um eine gerechtere Verteilung der finanziellen Belastungen durch die Energiewende. Industrieausnahmen sollten daher aus dem Haushalt und nicht von Handel und Verbrauchern finanziert werden. Mit den aktuellen Rahmenbedingungen verpasse Deutschland trotz der höchsten Strompreise Europas sein Klimaziel.

Beim Deutschen Handelskongress werden heute und morgen Redner aus Politik und Wirtschaft erwartet. Darunter auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles, der EU-Kommissar Günther Oettinger und der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Carsten Linnemann. Am heutigen Abend wird zudem der Deutsche Handelspreis vergeben.

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