Steinhoff-Gruppe

Will Klose verselbständigen

Knaller aus Westerstede: Die Steinhoff-Gruppe plant, sich noch in diesem Jahr von Klose zu ­trennen. Neuer Inhaber soll Holger Günthel werden. Der 43-jährige ist kein ­Unbekannter. Bereits von Mitte 2000

Knaller aus Westerstede: Die Steinhoff-Gruppe plant, sich noch in diesem Jahr von Klose zu ­trennen. Neuer Inhaber soll Holger Günthel werden. Der 43-jährige ist kein ­Unbekannter. Bereits von Mitte 2000 bis Ende 2002 war er ­Geschäftsführer des Speisezimmerspezialisten. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe", zeigt sich Holger Günthel selbstbewusst. Da er auch in den Jahren, nachdem er Klose den Rücken gekehrt hatte, einen freundschaftlichen Umgang mit Bruno Steinhoff und Markus Jooste, CEO von Steinhoff International, pflegte, kam die Idee einer möglichen Übernahme in diesem Jahr zügig zustande. Vonseiten der Steinhoff-Gruppe wird der Vorgang entsprechend begleitet und unterstützt.
Bei der bevorstehenden Übernahme geht es um die drei Produktionsstätten in Polen, wo immerhin noch rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt werden. Finanziert wird der Kauf, so Günthel gegenüber moebelkultur.de, "über eine vernünftig kapitalisierte Investment-Gesellschaft". [page_break]
Der Umsatz der Klose Kollektion liegt in Deutschland geschätzt bei gut 20 Millionen Euro. Dazu kommt die ­polnische Tochter Kolekcja Mebli Klose, deren Umsatz noch darüber liegt und in Polen heute zu den Top-Marken im Segment Speisezimmer zählt. Darüber hinaus ist das Unternehmen auf weiteren europäischen Märkten, zum Beispiel in Großbritannien, aktiv.
Branchenkenner gehen aber davon aus, dass Klose hierzulande in den letzten Monaten weiter Stellplätze einbüßen musste. Wie schon zuvor. Denn es ist kein Geheimnis, dass der Hersteller in den letzten Jahren massiv verloren hat. Günthel, der seit Mitte 2009 die Geschäfte führt, weiß das natürlich auch, hält aber dagegen: "Wir sind nach wie vor durchgängig platziert, bei sämtlichen Verbänden, sowohl bei den großen Dickschiffen als auch bei den kleineren, mittelständischen Häusern. Und das soll auch so bleiben." Er räumt allerdings ein, dass die Platzierungsdichte wieder optimiert werden müsse.
Um den Handel zu unterstützen, will Günthel auch in Zukunft mit den beiden langjährigen Klose-Vertriebsprofis Rainer Schirduan und Jochen Tabelander zusammenarbeiten. Außerdem soll der Handel verstärkt in puncto Reklamationsabwicklung sinnvoll, schnell und pragmatisch unterstützt werden. Auch Schulungen von Verkäufern werden eine größere Rolle spielen. Und in Bezug auf die Produktausrichtung soll Klose der Vollsortimenter im Bereich Speisen bleiben.
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