Wie wirkt sich die Finanzkrise auf den Bausektor aus?

Die internationale Finanzkrise zeigt bereits erste Folgen für die Realwirtschaft. Wie entwickelt sich unter diesen Bedingungen der Bausektor? Bauinfoconsult hat ein Blitzumfrage unter Herstellern im Rohbau-, Ausbau- und Installationsbereich durchgeführt.

Die internationale Finanzkrise zeigt bereits erste Folgen für die Realwirtschaft.
Wie entwickelt sich unter diesen Bedingungen der Bausektor? Bauinfoconsult hat ein Blitzumfrage unter Herstellern im Rohbau-, Ausbau- und Installationsbereich durchgeführt. Die gute Nachricht vorneweg: Die Mehrheit in der Branche verspürt noch keine direkten Folgen der Krise. Anders sieht es mit den Erwartungen für 2009 aus: Drei Viertel der Befragten bejahten die Frage, ob sich die Finanzkrise ihrer Einschätzung nach auf das eigene Geschäft auswirken wird.
Wie sehen konkrete Folgen der Krise auf die Industrie aus? Diejenigen, die 2009 mit Auswirkungen der Krise auf die eigene Firma rechnen, gaben zu 76 Prozent an, dass Investitionen ausgesetzt werden. 74 Prozent rechnen mit starken Absatzeinbußen. Dass weniger Personal eingestellt wird, schätzen 48 Prozent. Dass sie als Hersteller schlechtere Preise durchsetzen können werden, halten 43 Prozent für plausibel.
Fragt man die führenden Wirtschaftsinstitute, erhält man folgende Prognose: Dieses Jahr hat einen guten Start hingelegt – mit diesem Polster ausgestattet werden die gesamten Bauinvestitionen Ende 2008 etwa um 2,0 Prozent über dem Vorjahresergebnis liegen. 2009 erwarten die Institute allerdings einen Rückgang der Investitionen um 0,6 Prozent.
Im Wohnungsbau haben sich die Investitionen im ersten Halbjahr 08 mit 6,6 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum gut entwickelt – allerdings wird diese Dynamik angesichts der rückläufigen Baugenehmigungen und Neuaufträgen bis Ende des Jahres deutlich abschwächen: Die privaten Haushalte dürften sich angesichts der Finanzkrise mit größeren Ausgaben wie für den Erwerb von Wohnungen zurückhalten. Andererseits stützen die Anreize zur Erhöhung der Energieeffizienz der Gebäude das Investitionsvolumen. Insgesamt prognostizieren die Wirtschaftsinstitute für 2008 eine Steigerung der Wohnungsbauinvestitionen um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Durch die erwartete Schwächung im kommenden Winterhalbjahr geht das Herbstgutachten für 2009 mit einem Rückgang der Wohnungsbauinvestitionen um 0,9 Prozent aus.
Im gewerblichen Nichtwohnungsbau stiegen die Investitionen im ersten Halbjahr 2008 um 8,4 Prozent an. Der Auftragsbestand ist auch in der zweiten Jahreshälfte hoch und der Bestand an gültigen Baugenehmigungen gestiegen. Doch die Finanzkrise fordert Tribut: Viele Firmen zügeln ihre Investitionsbereitschaft, so dass manches Projekt erst einmal zurückgestellt werden dürfte. Vor Ende 2009 rechnen die Wirtschaftsweisen nicht damit, dass die Unternehmen wieder bessere Perspektiven haben und ihre auf Eis gelegten Bauvorhaben umsetzen werden. Insgesamt soll sich die Investitionstätigkeit im Objektbau bis Ende 2008 auf ein Plus von 5,2 Prozent im Vergleich zu 2007 abschwächen, im Jahr 2009 wird im Vorjahresvergleich mit einem Rückgang der Investitionen in gewerbliche Bauten um 1,3 Prozent gerechnet.