M.O.W.-Chef Bernd Schäfermeier stellt seine Messe in ­diesem Jahr komplett neu auf. Er konzentriert das ­Messegeschehen jetzt ausschließlich auf den Stand­ort Bad ­Salzuflen.

Interview zum M.O.W.-Start

"Wie nervös sind Sie, Herr Schäfermeier?"

Heute startet die M.O.W. in Bad Salzuflen. Kurz vor Veranstaltungsbeginn befragte moebelkultur.de den Messe-Chef über das neue Konzept und das veränderte Veranstaltungsformat.

moebelkultur.de: Herr Schäfermeier, die Neugestaltung der M.O.W. inklusive des Baus der Halle 12 war ein Kraftakt. Wie nervös sind Sie vor dem Start der "neuen" M.O.W.?

Bernd Schäfermeier: Danke für die Anerkennung unserer Leistung. Die Neugestaltung der M.O.W. und der Neubau der Halle 12 waren für uns als privatwirtschaft­licher Messeveranstalter eine Herausforderung. Wenn Sie aktuell sehen, wie die "neue" M.O.W. entsteht und die Messe wächst, kann man sich nur freuen.

moebelkultur.de: Haben Sie ein Feedback aus dem Handel erhalten, ob die Einkäufer das neue Messekonzept annehmen?

Bernd Schäfermeier: Zuerst einmal musste die Industrie das Konzept annehmen. Dies ist gelungen: Die M.O.W. 2012 ist ausgebucht. Alle im Messezentrum Bad Salzuflen zur Verfügung stehenden Flächen sind inklusive der neuen Halle 12 komplett belegt. Jetzt müssen wir gemeinsam mit den Ausstellern den Handel überzeugen. Aber so viel kann ich aus Vorgesprächen schon sagen: Der Markt hat die "neue" M.O.W. auf- und angenommen. Wir bekommen viele positive Rückmeldungen, insbesondere zur Konzentration der Messe an einem Standort. Aber auch der Inhalt passt. Deshalb werden wir außer den langjährigen Stammbesuchern in diesem Jahr sicherlich viele neue Besucher begrüßen, zudem auch Entscheider, die wegen der "Fahrerei" zuletzt von ­einem Messebesuch abgesehen haben.

möbel kultur: Wie schätzen Sie es ein, dass neben dem Messestandort Bad Salzuflen mit Informa und Barntrup weiterhin zwei Satelliten im Umlauf sind? Ihr Anliegen war es, mit dem neuen Messekonzept die Wege für die Einkäufer zu verkürzen.

Bernd Schäfermeier: Wir haben unseren Teil dazu beigetragen. Das Informa-Zentrum in räumlicher Nähe ist aufgrund seiner Struktur weiterhin Kooperationspartner der M.O.W. Allen anderen Ausstellern im Umfeld stehen die Türen zum Messezentrum Bad Salzuflen offen. Wir überzeugen sie gern von unserem Konzept.

möbel kultur: Ist die M.O.W. wirklich noch eine Ordermesse, oder wird das eigentliche Geschäft im Nachgang der Messe gemacht? Wir beobachten, dass viele Einkäufer Messen zunehmend zum Sondieren und weniger für direkte Order nutzen.

Bernd Schäfermeier: Sicherlich ist beides richtig. Messe ist notwendig, um einen Marktüberblick zu erzeugen. Abschlüsse werden direkt auf der Messe gemacht, wo es um Schnelligkeit geht, beispielsweise bei Werbung und ­Aktion oder auch im Hinblick auf Exklusivitäten. Hier gilt nach wie vor: Wer zuerst kommt, mahlt ­zuerst.

Die Struktur auf Handelsseite führt zu Verschiebungen. Denn Sortimente werden heute das gesamte Jahr über entwickelt. Aber Messe sorgt in diesem Zusammenhang für die nötige Vielfalt, spiegelt Trends und Tendenzen wider, ermöglicht in positivem Sinne die Vergleichbarkeit und pusht damit die Order.

möbel kultur: Sie sind ein erfahrener Messemacher - und stehen stets im Austausch mit Handel und Industrie. Was sind Ihre Erwartungen für die umsatzstärkste Möbelsaison? Wird es ein guter Herbst?

Bernd Schäfermeier: Schwer vorhersehbar. Meines Erachtens fielen die saisonalen Schwankungen früher stärker aus. Gleichwohl sind auch heute die "dunklen" Monate die umsatzstärksten. Diese Zeit im Verkauf bleibt wichtig, und dafür kann und will die M.O.W. Akzente setzen.

Wirtschaftlich gesehen, gelten instabile Jahre immer als gute Möbeljahre. Insofern wollen wir alle gemeinsam hoffen, dass sich die Endkunden kräftig zum Möbelkonsum anregen lassen. Was wir als Messemacher dafür tun können, tun wir. Ich kann den Handel an dieser Stelle nur nachdrücklich zum Besuch auffordern. Die M.O.W. lohnt sich!

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