Quelle

Wie geht es weiter?

Nach dem Aus bei Quelle verlieren ab November mehr als 2000 Beschäftigte ihren Job. Davon kommen 1240 direkt vom Versandhandelsunternehmen, weitere 820 aus den angeschlossenen Servicegesellschaften, sagte Verdi-Handelsexperte Johann Rösch der Deutschen Presseagentur (dpa). Auch Zulieferer und Dienstleister geraten immer mehr unter Druck. Allein in Nürnberg sind nach Angaben der Stadt die Arbeitsplätze in Hunderten von kleinen und mittleren Betrieben bedroht.

Bei Quelle würden zunächst 6000 Angestellte weiterbeschäftigt. Sie sollen nach den Plänen von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg den Ausverkauf bei Quelle abzuwickeln. Ob es bei diesen Zahlen bleibt, sei zunächst jedoch unsicher, so Rösch. Denn noch stehe nicht fest, ob beispielsweise die Deutsche Post DHL, die Ware ausliefere. Voraussetzung hierfür wäre, dass die Rechnungen auch beglichen werden.

Unterdessen gerät Görg aufgrund der chaotischen Zustände bei der Abwicklung des Versandhandelsunternehmens immer mehr unter Druck. Nach dem Scheitern der Investorengespräche habe er keinen «Plan B» für Quelle gehabt, so Rösch gegenüber der dpa. Auch eine Idee zur Organisation des Abverkaufs der Lagerbestände habe gefehlt.

Ähnlich äußerte sich der Chef der bayerischen Arbeitsagentur, Rainer Bomba in der "Süddeutschen Zeitung": "Ich habe manchmal das Gefühl, es hat niemand mehr einen Überblick, wie viele Leute noch gebraucht werden". Görg wies die Kritik zurück. Wie es genau weitergeht könne erst gesagt werden, wenn das Konzept mit allen Beteiligten abgestimmt sei.

18 Millionen Artikel liegen noch im Quelle-Zentrallager in Leipzig, sowie auf Schiffen und in Containern beim Zoll. Durch ihren Abverkauf soll die Insolvenzmasse vergrößert werden.

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