Franziska Krauskopf, Senior Innovation Advisor, Trendone GmbH.

imm cologne Kongress 2017

Wie entwickelt sich die Digitalisierung in der Branche?

Zum vierten Mal findet der Möbel-Onlinehandel-Kongress im Rahmen der "imm cologne" statt. Als Medienpartner des Top-Events stellt die "möbel kultur" den Referenten vorab jeweils drei Fragen zur Digitalisierung der Branche. Franziska Krauskopf, Senior Innovation Advisor, Trendone GmbH, beantwortete die Fragen.

Frau Krauskopf, was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Themen des Jahres 2017 in der digitalen Vermarktung von Möbeln?

Möbel als Inspirationsgüter bedürfen in der digitalen Vermarktung die bestmögliche Präsentation, um den Kunden zu überzeugen und zum Kauf zu bewegen. Dafür eignen sich neben hochauflösenden Bildern und 360 Grad Visualisierungen neue Technologien wie Virtual Reality (VR) oder Augmented Reality (AR) bestens, um den Kunden die Möbel digital „erleben“ zu lassen. Während VR es ermöglicht, Möbel in virtuellen kuratierten Möbelwelten zu betrachten, erlaubt AR es sogar, die gewünschten Möbel direkt in den eigenen 4 Wänden als virtuelles Modell zu platzieren, um die Passgenauigkeit bzw. die Harmonie mit den bereits vorhandenen Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen zu testen.

Außerdem werden Vermarktungskonzepte im Bereich des Participation Marketings – Kampagnen, die auf die Partizipation des Rezipienten ausgelegt sind – immer wichtiger. Das Einbinden und Verbinden von Privatpersonen als Teil der Kampagne erhöht die Auseinandersetzung mit der Marke und die Akzeptanz gegenüber einer Werbemaßnahme. Der britische Onlinemöbelanbieter Made verbindet zum Beispiel potenzielle Käufer seiner Produkte mit Kunden, die bereits Möbelstücke gekauft haben, um aufzuzeigen, wie sich die Möbel in verschiedene Räume integrieren lassen.

Welche Rolle spielt Ihr Unternehmen bei der Digitalisierung der Branche?

Als Trendforschungs- und Beratungsunternehmen zeigen wir die Möglichkeiten auf, die sich für die Branche durch neue Technologien, aber auch Veränderungen im Konsumentenverhalten ergeben. Dadurch gestalten wir die Entwicklung als Impulsgeber und Begleiter in der digitalen Transformation aktiv mit.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Fehler, die in der Vermarktung von Möbeln heute noch gemacht werden – eventuell auch im Vergleich zu anderen Branchen?

Viele Unternehmen in der Möbelindustrie haben die Potenziale des Online-Handels und der digitalen Vermarktung bereits erkannt, jedoch gelingt nur Wenigen eine wirklich nahtlose Kommunikation über alle Kanäle hinweg – insbesondere in Bezug auf die Vernetzung des stationären und digitalen Handels. So sind viele Seiten zum Beispiel noch nicht für die mobile Nutzung per Smartphone oder Tablet optimiert und die Möglichkeiten, online nach den aktuellen Sortimenten im Geschäft zu suchen, noch begrenzt. Ein Fehler, den der Konsument in Zukunft nicht mehr verzeihen wird.

Innovative Konzepte wie z.B. Crowd Design oder die Vermarktung durch Privatpersonen werden zurzeit noch von wenigen Vorreitern durchgeführt und sind oft auch eher Marketingkampagnen anstatt nachhaltig genutzte Verkaufskanäle.

Einen Überblick über alle Themen und Teilnehmer gibt es auf der Website der „imm cologne“. Tickets können hier bestellt werden.

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