imm cologne Kongress 2017

Wie entwickelt sich die Digitalisierung in der Branche?

Zum vierten Mal findet der Möbel-Onlinehandel-Kongress im Rahmen der "imm cologne" statt. Als Medienpartner des Top-Events stellt die "möbel kultur" den Referenten vorab jeweils drei Fragen zur Digitalisierung der Branche.

Zum vierten Mal findet der Möbel-Onlinehandel-Kongress im Rahmen der "imm cologne" statt. Als Medienpartner des Top-Events stellt die "möbel kultur" den Referenten vorab jeweils drei Fragen zur Digitalisierung der Branche. Christiane Schramm, Team Lead E-Commerce Consultant bei Ve Interactive DACH GmbH, beantwortete die Fragen.

Frau Schramm, was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Themen des Jahres 2017 in der digitalen Vermarktung von Möbeln?

Aufgrund der steigenden Internetznutzung als Informationskanal und auch Shoppingstation steht die digitale Kundengewinnung durch relevante (elegante) und individuelle Kundenansprache mithilfe von Online-Shop-Assistenz im Vordergrund. Der entscheidende Schritt für eine Kundenansprache mit hoher Relevanz ist es, seine Kunden zu kennen und sie zu verstehen. Aggressive Werbung ohne wirklich relevanten Inhalt führt langfristig dazu, dass der Einsatz von Adblocker stetig zunimmt. Somit hat man als Onlineshop kaum noch die Möglichkeit sich von den Mitbewerbern abzuheben und die wirklich interessanten Zielgruppen durch Werbemittel zu erreichen.

Das Wissen über seine Kunden ist wichtig, um nicht wahllos Werbung in den Markt zu streuen, sondern gezielte und relevante Inhalte als Service an die Hand zu geben. Unternehmen müssen das Wissen über Ihre Kunden und auch das Wissen des Marktes in der Branche nutzen, um sich behaupten zu können und die eigene Marke zu stärken.

Welche Rolle spielt Ihr Unternehmen bei der Digitalisierung der Branche?

Wir sind ein Technologieanbieter und haben eine datenbasierte Plattform, die eine individuelle Kundenansprache während der gesamten Customer Journey ermöglicht. Damit haben unsere Nutzer die Möglichkeit, zum einen Neu- und Bestandskunden durch Dynamic Display Advertising anzusprechen und/oder Kunden direkt Onsite mit einem individuellen Shopping Assistenten zu begleiten – insbesondere im Moment des Abbruchs. Dadurch generieren wir hochwertigen und relevanten Traffic und steigern die Conversionrate und das Shoppingerlebnis auf der Seite.

Zusammengefasst unterstützen wir unsere Kunden dabei, die User, die sie bereits über unterschiedliche Kanäle oder Methoden auf Ihre Seite geholt haben (und u.U. auch „teuer bezahlt haben“), mit relevanter Unterstützung und im richtigen Moment und Kontext anzusprechen und als Käufer zu gewinnen.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Fehler, die in der Vermarktung von Möbeln heute noch gemacht werden – eventuell auch im Vergleich zu anderen Branchen?

Meiner Meinung nach gibt es zwei große und relativ einfach Felder, die nicht nur in der Vermarktung von Möbeln ausbaufähig sind.

In erster Linie ist es bei der Masse an Anbietern und vor allem am rasant steigenden Onlinemarkt unumgänglich, die Markenbekanntheit konstant zu fördern. Nicht nur eine ausgereizte SEO/SEA-Aktivität ist hier wichtig, besonders die Social-Media-Bekanntheit und PR-Aktionen können hier durchaus starken Einfluss auf die Gewinnung von (zumindest) Besuchern auf der Onlineseite haben.

In nächsten Schritt sollte weitaus mehr Fokus auf Produktempfehlungen und Serviceangeboten gelegt werden. Fast jeder Shop hat eine Suchfunktion, diese wird aber kaum oder gar nicht genutzt – somit geht der Nutzer gern den Weg des geringsten Widerstandes und erneuert seine Suche bevorzugt über Suchmaschinen, die eine schnelle (wenn auch nicht 100% treffende) neue Übersicht von alternativen Produkten aufzeigt. Nachteil ist hier, dass es somit sehr unwahrscheinlich ist, dass der neue Treffer auch wieder auf dieselbe Vermarktungsseite führt (und der Kunde wäre verloren). Es wird noch sehr viel dafür getan, den User über SEO, SEA und Werbung auf die Seite zu bringen, aber wenig dafür, ihn dann auch auf der Seite zu halten. Rabattaktionen wirken hier meist nur kurzfristig und gehen eher zur Lasten der Marge. Oft scheitert ein Kauf in den letzten Schritten, weil es Unklarheiten zur Zahlmethode oder Lieferbestimmungen gab.

Jeder Webshop sollte sich demnach genau Gedanken machen, was es für Möglichkeiten gibt, den User gezielt und durch Servicemaßnahmen auf der Seite zu halten und beim Kauf zu unterstützen.

Einen Überblick über alle Themen und Teilnehmer gibt es auf der Website der „imm cologne“. Tickets können hier bestellt werden.