Herbst-Umfrage

Wie die Industrie jetzt Markt macht

Die Entwicklung in der deutschen Möbelindustrie war im ersten Halbjahr 2016 mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 8,9 Mrd. Euro recht erfreulich. Gleichwohl bedeutet das nicht, dass sämt­liche Hersteller gut dastehen. Im Gegenteil. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass es Gewinner mit überdurchschnittlichen Zuwächsen gibt – und Verlierer, die jeden Monat erneut zu kämpfen haben oder wie zuletzt Paschen, Domina, Bast und ganz aktuell Arte M komplett aufgeben müssen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die „möbel kultur“ wollte im Vorfeld der Messen von einigen aus­gesuchten Unternehmen wissen, wie sie sich aufstellen und für das wichtige Herbstgeschäft rüsten.

„Für den Herbst erwarten wir einen deutlichen Aufschwung im Vergleich zum schwachen Sommer. Es wird so viel gebaut, dass die Endkunden irgendwann wieder Möbel kaufen müssen. Und wir setzen nun alles daran, dass es am Ende welche von Wellemöbel sein werden.“ Geschäftsführerin Anna Sommermeyer-Rickert gibt sich kämpferisch. Die nicht einfache Restrukturierung und Neupositionierung, die vor rund einem Jahr dem Hersteller neuen Schwung geben sollte, scheint geglückt.

Auch Iro ist in dem seit Jahren schwieriger gewordenem Segment Kastenmöbel unterwegs. Im Gegensatz zum Markt allerdings mit zunehmendem Erfolg. Das Geheimnis dahinter: „Unseren eingeschlagenen Weg führen wir kontinuierlich weiter fort“, erläutert der langjährige Vertriebsleiter Manfred Bühlmeyer. Das heißt, das Unternehmen ist sich treu geblieben. Und das, obwohl es vor zwei Jahren einen umfassenden Modellwechsel gab.

Die kontinuierliche, tägliche Arbeit am Sortiment ist bei der 3C-Gruppe der Grund für den Erfolg. „Wir beschäftigen uns mit den wichtigen Themen 365 Tage im Jahr. Das heißt, dass wir nicht erst zur Vorbereitung der Messe anfangen zu überlegen, welche Materialien, Formen, Farben und Designs im Fokus stehen werden. Wir ziehen permanent Analysen aus dem aktuellen Tagesgeschäft“, so Geschäftsführer Jürgen Kleinegesse. Er weiß, dass man sein Business heute mehr denn je ganz konsequent betreiben muss.

Auch Massivholzspezialist Hartmann setzt auf Kontinuität: Entsprechend wird es zur Messe eine neue „Holzaussage“ geben. „Eine echte Innovation“, betont Vertriebsleiter Holger Hanhardt. Das Motto lautet: „Zuhause in der Natur.“ „Wir haben immer experimentiert, und das zahlt sich jetzt aus.“ Die ersten sechs Monate sind für den Hersteller sehr gut gelaufen. Und da das zweite Halbjahr erfahrungsgemäß noch stärker ist, geht Hanhardt von einem zweistelligen Plus für 2016 aus.

Eine positive Entwicklung kann zudem Meise Möbel vorweisen. Der Bettenspezialist versucht seit letztem Herbst verstärkt – mithilfe von Flächenkonzepten wie z.B. „Tailormade“ – in den konventionellen Bereich vorzurücken. „Wir haben uns als ­moderner Betten- und Boxspring-Spezialist im konventionellen ­Bereich weiter etablieren und unsere Sortimente ausbauen können“, ­betont Geschäftsführer Uwe Menzel.

Großes vor hat auch Loddenkeper zusammen mit Femira. Im neu konzipierten Messezentrum in Oelde will Geschäftsführer Jürgen Merkelbach einiges unternehmen, um nach dem Boxspring-Hype mit Femira nun das Schafzimmer mit jeder Menge Innovationen neu zu beleben – und ­Begehrlichkeiten zu wecken.

Lesen Sie mehr zu den Strategien und Plänen der Hersteller in der September-Ausgabe der „möbel kultur“, dem starken Heft zu den anstehenden Herbstmessen.

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