Arcandor

Wer kauft Küchen-Quelle?

Seit das Insolvenzverfahren für den Arcandor-Konzern angeschoben ist, sprudeln nun auch die Spekulationen. Zwar sind derzeit Verkaufsgespräche zum Beispiel mit Kaufhof abgebrochen, doch für den ganzen Konzern wird die Sanierung aus eigener Kraft mit großer Skepsis gesehen. Wer kommt als Investor in Frage, wenn Teile des Konzerns zum Verkauf anstehen? Beispiel Küchen-Quelle: Als "Nr. 1 im Küchenhandel" soll die Sparte auf rund 300 Mio. Euro Umsatz gekommen sein (160 Mio. Euro allein im Holzbereich). Rund drei Viertel davon entfallen nach Schätzungen von Branchenkennern auf das "Koffergeschäft", für das zu Spitzenzeiten 160 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt waren. Ein nahe liegender Käufer wäre die Otto-Group - die aber bislang die Karstadt-Sport-Geschäfte sowie einige Spezialversandtöchter ins Visier genommen hat, soweit bekannt wurde. Auch Direktvermarktung wäre plausibel, doch dürfte der in Frage kommende Hauptkandidat Nobia mit sich selbst ausreichend beschäftigt sein. Einfach wird die Investorensuche sicher nicht, denn letztlich beschränkt sich die Substanz auf offenbar recht erfolgreiche Verkäufen und Adressen, die angesichts 15-jährigem Kaufrhythmus nicht allzu viel Wert haben.

Bleibt die Investorensuche erfolglos, haben gegebenenfalls Kunden und Lieferanten das Nachsehen. Dazu zählen im Holzbereich insbesondere Wellmann, Nieburg, der bayrische Produzent Max Kempfle und in abgeschwächter Form Häcker. Auf der Geräteseite sind neben der Eigenmarke Privileg AEG, Bosch, Siemens und Miele betroffen. Schlimmer trifft es erfahrunsgemäß Kunden, die bereits Anzahlungen geleistet haben. Pikanterweise hatte sich im Insolvenzfall Astroh seinerzeit Quelle als "Retter in der Not" angeboten.

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