Rocket Internet

„Wenn wir unseren Anspruch als Industrienation anlegen, haben wir die erste digitale Revolution verschlafen“

Im Interview mit dem „Handelsblatt“ sprechen Gründer und CEO der Start-up-Holding Rocket Internet Oliver Samwer und United-Internet-Chef Ralph Dommermuth über den technologischen Rückstand der Bundesrepublik. Gerade Oliver Samwer findet deutliche Worte: „Uns fehlt eine fokussierte Industriepolitik wie etwa in China, wo die Regierung klar sagt: ‚Wir wollen führend werden bei Themen wie autonomes Fahren oder künstliche Intelligenz‘“, so der Experte.

Insgesamt wünscht er sich eine Politik, die „mehr wirtschaftliche Dynamik schafft“ und die Rahmenbedingungen für die voranschreitende Digitalisierung verbessert. Dazu zählt Samwer „die besten Netze, gute Finanzierungsmöglichkeiten, Topbildung und Spitzenuniversitäten“. Außerdem plädiert er für einen „funktionierenden Wettbewerb“ sowie einen „wirtschaftsfreundlichen Datenschutz“. Mehr Begeisterung für den Fortschritt sei ein Schritt in die richtige Richtung, lautet das Resümee.

Mit Blick auf die erste digitale Revolution seien Deutschland und Europa längst abgeschlagen und hätten die Bewegung schlichtweg verschlafen. Momentan sieht Samwer in der Interaktion zwischen Maschinen das meiste Potenzial, um hierzulande am internationalen Hightech-Markt aufzuholen. Besorgniserregend findet der Rocket-Internet-Gründer vor allem Studien, laut denen 70 Prozent der Software für selbstfahrende Autos künftig aus den USA kommen. „Wenn das so eintritt, dann bin ich gespannt, wie viel Wertschöpfung langfristig noch in Stuttgart, München oder Wolfsburg verbleiben wird.“

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