Zwangsarbeit
Welche westdeutschen Möbelhändler ließen DDR-Häftlinge für sich arbeiten?
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass Ikea einst DDR-Häftlinge für sich schuften ließ, berichtet jetzt die "FAZ", dass auch andere westdeutsche Unternehmen in den siebziger und achtziger Jahren Möbel
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass Ikea einst DDR-Häftlinge für sich schuften ließ, berichtet jetzt die "FAZ", dass auch andere westdeutsche Unternehmen in den siebziger und achtziger Jahren Möbel verkauften, die zu günstigen Preisen in den ostdeutschen Gefängnissen gefertigt wurden. Vornehmlich gesundheitsgefährdende wurden Arbeiten in den Haftanstalten vorgenommen.
Insbesondere Quelle setzte die unter Zwang gefertigten Produkte um. 1985 bezog der mittlerweile insolvente Versender Waren im Wert von 29,2 Mio. D-Mark. Bei Otto waren es 25,2 Mio. D-Mark, bei Kaufhof 17,3 Mio. D-Mark, bei Horten 14,2 Mio. D-Mark, bei Neckermann rund 12 Mio. D-Mark, Woolworth folgt mit 8,5 Mio. D-Mark, Hertie mit 6,8 Mio. D-Mark, Karstadt mit 3,6 Mio. D-Mark, Baur mit 2,4 Mio. D-Mark und Möbel Hess mit 2,1 Mio. D-Mark. Abgewickelt wurden die Exporte über Richard Karl Lämmerzahl, einem Zwischenhändler aus Franken.
Die heute noch existierenden Unternehmen bestreiten, von der einstigen Zwangsarbeit gewusst zu haben. Um die Vorwürfe zu klären, wollen Otto, Kaufhof, Karstadt und Baur jetzt interne Untersuchungen vornehmen.

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