VdDP

Weitere Aufhellung bei Polstermöbeln – Importdruck nimmt weiter zu

Wie das erste Quartal 2016 für die deutsche Möbelindustrie gelaufen ist, präsentierte jetzt Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer der Bundes-Fachverbände der Deutschen Küchen-, Polster- und Wohnmöbelindustrie (Herford). Im Polstermöbelsektor gibt es

Wie das erste Quartal 2016 für die deutsche Möbelindustrie gelaufen ist, präsentierte jetzt Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer der Bundes-Fachverbände der Deutschen Küchen-, Polster- und Wohnmöbelindustrie (Herford). Im Polstermöbelsektor gibt es weiterhin den scheinbaren Widerspruch zwischen der Umsatzstatistik des Statistischen Bundesamtes und der internen Auftragsstatistik des VdDP. „Nach dem Statistischen Bundesamt sind die Umsätze der deutschen Polstermöbelindustrie im ersten Quartal um 3,3 Prozent gesunken. Der Rückgang nimmt hauptsächlich Bezug auf das Inlandsgeschäft mit einem Minus von fünf Prozent. Demgegenüber stagniert das Auslandsgeschäft faktisch mit einem geringen Zuwachs von 0,4 Prozent“, so Dr. Lucas Heumann.

Die interne Auftragsstatistik des Polstermöbelverbandes hingegen spricht eine völlig andere Sprache. Hier sind die Auftragseingänge der Branche im ersten Quartal insgesamt um 5,5 Prozent gestiegen – aus dem Inland um 4,1 und dem Ausland um 9,9 Prozent. Nach Angaben des VdDP sind diese Widersprüche in den Statistiken allerdings erklärbar. Hauptgrund sei der unterschiedliche Teilnehmerkreis. Während die amtliche Bundesstatistik nur Unternehmen erfasst, die in Deutschland produzieren, und bei Firmen mit Produktionsstätten sowohl in Deutschland als auch im Ausland nur die Umsätze der deutschen Standorte einbezieht, bildet die interne Auftragsstatistik des Verbandes bewusst den Markt und nicht lediglich die innerdeutsche Produktion ab.

Daher nehmen an der internen Auftragsstatistik des VdDP auch deutsche Unternehmen mit ausländischen Standorten teil, dazu kommen Vertriebsgesellschaften, die über überhaupt keine eigene Produktionskapazität verfügen und auch ausländische Unternehmen, die in Deutschland einen Schwerpunkt ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten betrachten. Aus den in der Tendenz unterschiedlichen Ergebnissen von amtlicher Umsatz- und verbandsbezogener Auftragsstatistik lasse sich also eines schließen: Der Importdruck auf den deutschen Markt von Seiten von Unternehmen mit ausländischer Produktion ist im Polstermöbelsektor unverändert besonders stark und nimmt weiter zu.

Die Polstermöbelindustrie – so Heumann – täte gut daran, ihre Exportbemühungen noch intensiver zu steigern. Der Anteil von Polstermöbelimporten im deutschen Markt wird wachsen, sodass eine Steigerung von Exportaktivitäten für deutsche Polstermöbelhersteller unverändert das Gebot der Stunde bleibt.