Praktiker

Weiter in widrigen Umständen

In so kurzer Zeit konnten Thomas Fox und seine Führungscrew noch keine Kehrtwende bewirken. Der Praktiker-Konzern hat sich auch in den Monaten Juli bis September des laufenden Jahres schwer getan

In so kurzer Zeit konnten Thomas Fox und seine Führungscrew noch keine Kehrtwende bewirken. Der Praktiker-Konzern hat sich auch in den Monaten Juli bis September des laufenden Jahres schwer getan und spricht von einem "durchwachsenen dritten Quartal". Demnach schwächte sich der Umsatzrückgang – mit -7,3 Prozent statt wie in den ersten sechs Monaten -9,2 Prozent – bei einem Volumen von 844,4 Mio. Euro zwar ab, das operative Ergebnis (EBITA) vor Sondereffekten ging jedoch stärker zurück als in den ersten sechs Monaten.
Praktiker begründet die weiterhin schleppende Entwicklung damit, dass der notwendige Abbau von Vorräten – insbesondere bei Praktiker Deutschland – zu Lasten der Rohertragsmarge gegangen ist: "Das Missverhältnis zwischen Warenbestand und -absatz konnte im dritten Quartal weitgehend korrigiert werden. Konzernweit sorgten aggressive Marketingmaßnahmen mit hohen Preiszugeständnissen für einen beschleunigten Verkauf der Überbestände", heißt es im Quartalsbericht. Und das, obwohl sich Praktiker doch eigentlich von der Rabattschiene verabschieden wollte. Dass das verstärkte Rotstift-Marketing somit den noch vor kurzem ausgerufenen neuen Markenauftritt torpediert hat, erkennt Praktiker selbst: "Die im zweiten Quartal angelaufene Neupositionierung der Marke Praktiker in Deutschland führte noch nicht zu der Umsatzentwicklung, die von der Umstellung des Marktauftritts, der Kundenansprache und der Werbemaßnahmen erwartet worden war."
Erschwerend hinzu kam die anhaltende Konsumzurückhaltung in wichtigen Auslandsmärkten, die das internationale Geschäft insgesamt stark beeinträchtigte – mit 11,6 Prozent gab der Umsatz außerhalb der deutschen Grenzen nochmals stärker nach als in der ersten Jahreshälfte.
Der Star im Konzern heißt aktuell Max Bahr, der sich gegenüber dem Vorjahr in Umsatz und Ergebnis "wiederholt besser entwickelt haben dürfte als die deutsche Baumarktbranche insgesamt", wie der Konzern mitteilt. So konnte die Konzerntochter an den positiven Trend der ersten sechs Monate anknüpfen und eine Steigerung um 2,8 Prozent auf 180,5 Mio. Euro erzielen. Auf vergleichbarer Fläche lag das Plus bei 2,1 Prozent.
Doch auch die Hamburger Lieblingstochter wird nichts daran ändern können, dass das laufende Jahr kein gutes in der Praktiker-Geschichte sein wird. So steht im Quartalsbericht: "Das Management rechnet damit, dass die weitere Entwicklung von Umsatz und Ertrag in den verbleibenden Monaten des Jahres den Tendenzen der ersten neun Monate folgt und damit die Vorjahreswerte deutlich unterschritten werden."