Nobilia

Weiter auf der "Sonnenseite"

Um fast 56 Mio. auf 706,5 Mio. Euro hat Nobilia den Umsatz im vergangenen Jahr vermehrt - was immerhin ein sattes Plus von 8,6 Prozent bedeutet. Somit bestätigt sich für Deutschlands größtem Küchenhersteller die Spitzenposition und auch die Nr. 2 europaweit (nach Nobia). Auch die Ertragslage sei "zufriedenstellend", wie das Management heute auf der Bilanzpressekonferenz in Verl bekannt gab.

Der Inlandsumsatz kletterte auf 460,2 Mio. Euro (+5,9 Prozent), der Export auf 246,3 Mio. Euro (+13,9 Prozent). Beide Werte liegen deutlich über Branchenschnitt. Hierzulande, wo Nobilia in allen Vertriebsformen zulegte, stieg entsprechend der Anteil am Gesamtmarkt von 24,4 auf 27,1 Prozent (Quelle: GfK/Verkauf nach Menge im Vergleichszeitraum Februar-September 07/08). Den größten Zuwachs gab es bei den Küchenspezialisten. Nobilias Anteil verbesserte sich hier von 15,2 auf 18,8 Prozent. Hauptumsatzträger blieb der Möbelhandel. Dieser wurde zu 31,9 Prozent von Nobilia beliefert, Mitnahme/SB zu 24,3 Prozent. Das stärkste Preissegment blieben Küchen zwischen 3.000 und 5.000 Euro (über 40 Prozent Anteil), daneben nahm aber auch der höherwertige Verkauf weiter zu.

[page_break]

Summa summarum beweist sich Nobilia abermals als Gewinner der zunehmenden Lieferantenkonzentration des deutschen Handels. Dass "der Starke immer stärker wird" ist für Geschäftsführer Dr. Günter Scheipermeier ein Automatismus, der sich auch im Ausland zeigt. So kommt das Unternehmen in Frankreich heute auf fast 80 Mio. Euro Umsatz und steht dort möglicherweise schon an dritter Position hinter Salm (Cuisines Schmidt) und Mobalpa. Zweitstärkster Markt ist Belgien, wo Nobilia mit seiner Beteiligung an Menatam (35 "èggo"-Studios) wachsende Erfolge feiert. Nur China und Spanien hatten Rückgänge zu verzeichnen.

Im Gegensatz zum Inland gewinnt im Export der Direktvertrieb weiter an Bedeutung, so auch in Schweden (10 "Noblessa"-Geschäfte) und England (bis zu 9 Standorte der Kette "Kutchenhaus" in 2009). Hier könnte ein weiterer Vertriebsweg hinzukommen, deutete Scheipermeier an. Ausbaufähig sei ebenso die Komplettvermarktung mit Geräten, die im letzten Jahr leicht rückläufig war. Bei den bestehenden Lieferanten mangele es zum Teil an den im Ausland geforderten technischen Spezifikationen und der Serviceabwicklung. Eine entsprechende Alternative soll deshalb nun die Electrolux-Marke "Progress" bilden, die Nobilia exklusiv seit letztem Herbst im Sortiment hat und inzwischen für 32 Länder frei schalten ließ.

Die Exportquote von 35 Prozent vom Gesamtumsatz biete auch für 2009 das Potenzial, um den Wachstumskurs der letzten Jahre fortzusetzen. Entsprechend positive Signale im "Jahr der Fragezeichen" setzen die geplanten Investitionen von insgesamt 49,5 Mio. Euro. Diese sollen hauptsächlich in den Ausbau der Produktions- und Lagerhallen am 2006 begründeten Zweitstandort Verl-Kaunitz fließen, um Engpässe in der Kapazität auszugleichen.

Diese Seite teilen