Möbel Martin hat sich erfolgreich per Gericht gewehrt und darf die filialen im Saarland wieder öffnen.

Möbelhandel

Wehrt sich gegen Beschränkungen

Der Unmut gegenüber den Beschränkungen der Verkaufsflächen in Sachen Corona wächst. So hatte gestern Möbel Martin im Saarland vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen und darf nun seine Häuser in Ensdorf, Neunkirchen und Saarbrücken öffnen. Die Einrichtungshäuser in Rheinland-Pfalz müssen mit Ausnahme der Küchenabteilung in Meisenheim vorläufig noch geschlossen bleiben.

Auch Möbel Biller sieht sich laut „Freie Presse“ ungerechtfertigt benachteiligt, weil er den Standort Plauen nicht öffnen darf. Das Begros-Mitglied will zur Not ebenfalls gegen die Schließung klagen. Mit gutem Grund, denn das Beispiel seines Verbandskollegen Martin zeigt, dass Gerichte schlüssigen Argumenten sowie einem durchdachten Hygienekonzept durchaus positiv gegenüberstehen.

Ebenso können die Inhaber des Möbelhauses Voigt in Borna nicht verstehen, wieso sie für Ihre Kunden keine Präsenz zeigen dürfen. Dabei habe die Staatsregierung in Dresden erst kürzlich wieder darauf hingewiesen, dass pro Kunde 20 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen müssen, ist in der „Leipziger Volkszeitung“ zu lesen. „Das können wir problemlos einhalten“, sagt Inhaberin Christina Voigt. Sie fordert gleiche Bedingungen für alle. Unterstützung bekommt sie dafür vom Einzelhandelsverband und der Industrie- und Handelskammer (IHK). Aktuell bleibt Möbel Voigt aber nichts anders übrig, als  individuelle Planungstermine im Haus zu vereinbaren. Weiter heißt es: Es sei in einem Haus wie ihrem problemlos möglich, die Vorgaben und Hygiene-Maßnahmen einzuhalten. „Das gewährleisten wir für Kunden wie Mitarbeiter.“ Alle Verkäufer würden selbstverständlich einen Mundschutz tragen, und pro Kunde gebe es reichlich Verkaufsfläche.

Diese Beispiele zeigen, dass es dringend an der Zeit ist, die Öffnungen von Möbelhäusern bundesweit einheitlich politisch neu zu überdenken. Wenn Hygienevorschriften vorbildlich eingehalten werden, gibt es weder im mittelständischen Möbelhandel noch auf der Großfläche plausible Gründe, diese weiterhin geschlossen zu halten.

Update am 28.4. um 16 Uhr: Ab 4. Mai dürfen in Sachsen laut "Tag24" Möbelhäuser wieder öffnen. "Zudem kündigte Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) an, dass die harte Regelung fallen wird, wonach Geschäfte ihre Verkaufsfläche auch nicht auf 800 Quadratmeter verkleinern dürfen, um öffnen können. Ob die 800 Quadratmeter-Regel insgesamt gelockert wird, müssten noch die Ministerpräsidenten besprechen." Den vollständigen Artkel lesen Sie hier.

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