Kurt Mertens stand über vierzig Jahre an der Spitze der Solinger Manufaktur Carl Mertens.

Carl Mertens

Wechsel in der Geschäftsführung

Seit dem vergangenen Freitag steht die Entscheidung, Rolf He – ein chinesischer Vertreter der Gesellschafterfamilie – als Geschäftsführer von Carl Mertens einzusetzen. Der Grund für den Wechsel in der Geschäftsführung der Manufaktur sind unterschiedliche strategische Ansätze im Hinblick auf die künftige Ausrichtung der Marke: Der chinesische Mehrheitsgesellschafter setzt auf Handel und Internationalisierung – ohne Produktion in Deutschland, ohne „Made in Solingen“. Curt Mertens, der das Unternehmen seit 1978 führte,  sieht die Zukunft der Solinger Manufaktur in der technischen Weiterentwicklung und im Ausbau der Produktion. Die jetzige Krise hält er für den richtigen Zeitpunkt, um Innovationen und die stufenweise Digitalisierung der Geschäftsabläufe umzusetzen. Darüber konnte keine Einigung gefunden werden, so dass der Wechsel in der Geschäftsführung eine logische Konsequenz ist.

Unter der mehr als vierzig Jahre währenden Ägide Curt Mertens, Enkel des Firmengründers, wandelte sich der 1919 gegründete Solinger Traditionsbetrieb zur internationalen Designmarke. In den vergangenen Jahren leitete er eine erfolgversprechende Neuausrichtung ein: Neben Bestecken kamen hochwertige, in Solingen gefertigte Kochmesser neu ins Programm.

„Als Verfechter der Solinger Schneidwaren-Tradition war es mir immer ein besonderes Anliegen, die Fertigung am Standort Solingen zu erhalten. Mit unserer Neupositionierung hin zu hochwertigen, in Solingen handwerklich gefertigten Kochmessern hat Carl Mertens meiner Meinung nach einen wichtigen Schritt erfolgreich vollzogen. Im Zuge der Corona-Krise ist das Interesse der Verbraucher am Kochen zuhause noch gestiegen; im Hinblick darauf ist die Marke richtig positioniert und gut für die Zukunft aufgestellt. Ich bin froh, dass ich das Unternehmen über vier Jahrzehnte an der Spitze begleiten und weiterentwickeln konnte. Allen Mitarbeiten und Handelspartnern, die mich in dieser Zeit mit ihrem Rat und Einsatz unterstützt haben, danke ich von Herzen und wünsche ihnen für die Zukunft alles Gute.“ Der 66-Jährige prüft zurzeit das Angebot des Gesellschafters, das Unternehmen weiter zu beraten. Er bleibt der Schneidwaren-Branche verbunden, u.a. über seine ehrenamtliche Tätigkeit in Berlin, wo er im DIHK für die Bergische Außenhandels-Wirtschaft spricht.

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