"Ich sehe vor allem drei starke Trends im Online-Möbelhandel: Convenience, Content und Individualisierung", sagt Home24-Vorstand Domenico Cipolla. (Foto: Home24 AG)

imm cologne Congress 2016

Was bedeutet die Digitalisierung für die Branche, Herr Cipolla?

Unter dem Motto „Möbelhandel 2016: Trends und Perspektiven für den deutschen und internationalen Onlinehandel“ trifft sich am 21. Januar 2016 das Who-is-Who der Branche auf dem 3. Möbel-Onlinehandel-Kongress im Rahmen der imm cologne. Als Medienpartner des Top-Events stellt die "möbel kultur" den Referenten vorab jeweils drei Fragen zum Thema Digitalisierung der Branche, um einen Überblick über das Themenspektrum der Veranstaltung zu erhalten. Dieses Mal antwortet Home24-Vorstand Domenico Cipolla.

1) Herr Cipolla, was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Themen des Jahres 2016 in der digitalen Vermarktung von Möbeln?

Domenico Cipolla: Ich sehe vor allem drei starke Trends im Online-Möbelhandel: Convenience, Content und Individualisierung.

Conveniencerückt immer stärker in den Vordergrund: Zum einen natürlich nach wie vor im Bereich der Lieferung, beispielsweise aber auch über neue Modelle, wie das bequeme digitale Tracking von Paketen, Click & Collect-Modelle oder die flexible Zustellung. Zum anderen gilt Convenience aber auch in Zusammenhang mit der User Experience: Die Seite muss in kürzester Zeit aufrufbar sein, egal über welche Devices. Die Reduktion auf das Wesentliche in einem passenden Look and Feel muss stimmen, ansonsten verliert man den Kunden nach ein paar Sekunden.

Zu diesem Punkt passt auch der Trend in Richtung Content. Kunden wollen heute online inspiriert werden, die Produktwelten sollte in verschiedenen Kontexten dargestellt werden. Tipps, Trends und andere Formen von Inspiration werden ein zunehmend wichtiger Treiber, um Produkte zu vermarkten.

Zu guter Letzt zählt Individualisierbarkeit zu den großen Trends der nächsten Jahre. Lebensmodelle werden immer einzigartiger und auch das eigene Zuhause soll sich anpassen. Es sollen keine 08/15-Möbel mehr sein. Als Online-Unternehmen können wir von Kundendaten sehr viel lernen und unser Angebot genau zuschneiden. Ich denke hierbei vor allem an konfigurierbare Produkte, die durch die technischen Möglichkeiten insbesondere Online besonders gut zu vertreiben sind.

2) Welche Rolle wird Home24 im Multichannel-Handel 2016 spielen?

Domenico Cipolla: Mit dem Zukauf von Fashion For Home im November 2015 haben wir sieben Showrooms hinzu gewonnen. Wir finden diesen Kanal durchaus spannend und werden schauen, inwiefern er für uns funktioniert. Dennoch bleiben wir unserem bisherigen Credo treu: wir haben den besten und größten Showroom schon seit Jahren – unseren Online-Shop. Im Internet sind wir zu Hause, da kennen wir uns aus. Wir glauben daran, dass man online unendlich viele Möglichkeiten hat Produkte erlebbar zu machen. Deshalb ist klar: Wir bleiben Online-Händler.

3) Was sind Ihrer Meinung nach die größten Fehler, die in der Vermarktung von Möbeln heute noch gemacht werden?

Domenico Cipolla: Ich glaube nicht, dass ich das für andere beurteilen kann. Ich kann nur sagen, dass wir vor dem Start von Home24 einen riesigen Markt gesehen haben, der den Kunden nicht wirklich im Blick hatte. Wer möchte schon gerne an seinem freien Samstag 30 Kilometer bis an den Stadtrand fahren, um sich dann zwischen Hotdogs und Hüpfburgen durch Menschenschlangen zu kämpfen? Das ist aus meiner Sicht der größte Fehler, den man als Händler machen kann - der Möbelmarkt hat den Kunden schlichtweg über Jahre vernachlässigt.

 

Zur Kongress-Website: Einen Überblick über die Themen und Teilnehmer sowie den Nachbericht vom Kongress des vergangenen Jahres finden Sie auf der Veranstaltungs-Website. Dort gibt es auch den Link zum Formular, um sich für den Kongress anzumelden.

Diese Seite teilen