Emporias-Studie

Warum viele Industrieunternehmen ihr Potenzial noch nicht voll ausschöpfen

Jedes zweite, große Industrieunternehmen sieht in seiner Lieferkette großes Einsparpotenzial, hat aber gleichzeitig Probleme, die Kosten transparent zu erfassen und die Potenziale zu heben. Das zeigt eine aktuelle Studie von

Jedes zweite, große Industrieunternehmen sieht in seiner Lieferkette großes Einsparpotenzial, hat aber gleichzeitig Probleme, die Kosten transparent zu erfassen und die Potenziale zu heben. Das zeigt eine aktuelle Studie von Emporias unter 100 Logistikentscheidern großer Industrie-Player.

Der Druck auf produzierende Unternehmen nimmt zu, denn die Logistikkosten steigen in nahezu allen Industriezweigen an, vor allem Transportkosten. Steigende Variantenvielfalt, Global Sourcing sowie wachsende Kundenanforderungen an Lieferzeiten und Reaktionsfähigkeit fördern diese Entwicklung. Selbst kleine Veränderungen oder Störungen wirken sich auf die gesamte Lieferkette aus – und treiben die Kosten.

Entsprechend unzufrieden sind die Unternehmen mit der Kostensituation ihrer Supply Chain, wie die aktuelle EMPORIAS-Studie “Supply-Chain-Management in Industrieunternehmen” offenbart, für die

100 Logistikmanager befragt wurden. Demnach sieht jeder zweite Logistikentscheider in einem großen Industrieunternehmen signifikantes Einsparpotenzial in seiner Lieferkette.

Drei von vier Unternehmen überblicken ihre Kostenstruktur nicht mehr. Ein Grund, warum dieses Potenzial nicht umfassend gehoben wird, ist laut der Studie fehlende Kostentransparenz. Die vollständige und tiefgehende Kenntnis der Kostenstruktur ist jedoch Voraussetzung dafür, Stellschrauben für Einsparungen zu identifizieren. Diese Ansicht teilen drei Viertel der Industriemanager. Ebenso viele äußern genau dabei Probleme – und dass, obwohl eine Mehrheit das eigene Unternehmen im Bereich Digitalisierung als überdurchschnittlich betrachtet.

„Die zunehmende Digitalisierung in den Unternehmen führt längst nicht überall dazu, dass die Kostentransparenz steigt. Dies sehen wir auch in vielen Kundenprojekten sowie in unserer Total-Cost-Workshop-Reihe mit namhaften Branchenvertretern“, so Oliver Ohlen, Supply-Chain-Experte und Geschäftsführer von Emporias. „Wenn die Gesamtkosten nicht über ein fundiertes Datenmodell vollständig erfasst und Kostenstellen zugeordnet werden, bleiben wahre Kostentreiber auch in modernen BI-Systemen unentdeckt. Dazu gehören vor allem indirekte Kosten, Wechselbeziehungen von Kostenbereichen und Aufwände durch Störungen.“

Bei der Frage nach der Erfassung und Verarbeitung von Kostendaten, gestanden 80 Prozent der Studienteilnehmer ein, dass diese Prozesse bei ihnen nicht ausreichend automatisiert sind. Zu häufig werden Daten manuell gepflegt. Sechs von zehn Befragten berichten zudem, dass vorhandene Kostendaten nicht richtig weiterarbeitet würden.

„Ohne eine valide Datenbasis ergeben Kostensimulationen zur Steuerung und Optimierung der Supply Chain keine sinnvollen Ergebnisse. Einsparungen an einer Stelle tauchen daher häufig als Mehraufwand an anderer Stelle wieder auf“, sagt Ohlen. Um die Kostentransparenz zu verbessern, führt dem Experten zufolge kein Weg daran vorbei, zunächst ein tragfähiges Gesamtkostenmodell für die Supply Chain eines Unternehmens zu entwickeln.