Alle 37 Standorte der XXXLutz-Gruppe in Deutschland.

Pallen und XXXLutz

Warum der Deal so super passt

Die Kartellbehörden müssen zwar noch zustimmen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die hohen Wettbewerbswächter ein Veto gegen die Übernahme von Pallen durch die XXXLutz-Gruppe einlegen, ist sehr gering. Für die Österreicher bedeutet dieAkquisition eine deutliche Stärkung im Süd-Westen Nordrhein-Westfalens. In dem Bundesland betreibt XXXLutz bislang sieben Standorte: in Nordhorn, Salzbergen (ehemals Feldmann), Oberhausen (ehemals Rück), Essen (ehemals Kröger), Freudenberg (ehemals Zimmermann), Iserlohn und Lüdenscheid (beide ehemals Sonneborn). Deutschlandweit ist das Filialnetz mit 37 Häusern bereits recht dicht gespannt.

In der Branche fiel in den letzten Jahren immer mal wieder der Name Pallen, wenn es darum ging potenzielle Übernahme-Kandidaten für die XXXLutz-Gruppe ausfindig zu machen. Die Wohnwelt Pallen ist ein klassischer Einzelstandort mit den Vertriebsschienen „Konventionelles Wohnkaufhaus“, „Mitnahme“ und „Küchenfachmarkt“. Das ehemalige Atlas-Mitglied hätte es zweifelsohne auf Dauer als Einzelkämpfer trotz der Größenordnung schwer gehabt, zumal nach dem Zerfall des Atlas-Verbandes in seiner ursprünglichen Funktion auch ein Anschluss in einer neuen Verbundgruppe nicht so einfach gewesen wäre. Pallen ist über Jahrzehnte gewachsen. Erst 2012 wurde am Standort ein Küchenfachmarkt mit 200 Ausstellungsküchen eröffnet. Hauptwettbewerber für den Standort ist zweifelsohne Platzhirsch Porta, aber auch Schaffrath und der im letzten Jahr neu eröffnete Höffner in Neuss.

Ob die XXXLutz-Gruppe damit schon den Schlusspunkt in diesem ereignisreichen Jahr gesetzt hat, bleibt abzuwarten. Im Januar hatte die Ankündigung der 50-prozentigen Übernahme von Zurbrüggen dazu geführt, dass sich die Begros und die Österreicher trennten. Kurze Zeit später übernahm XXXLutz Sonnerborn und Zimmermann und gründete den Verband Giga International. Ebenso noch im Januar übernahm die Gruppe 13 Filialen der Baumax-Kette in Ungarn. Im Juli dieses Jahres eröffnete das Unternehmen seinen 36. Standort in Kempten mit einer VK-Fläche von 20.700 qm. Im gleichen Monat wurde bekannt gegeben, dass 67 Prozent der bulgarischen Möbelketten Aiko und Mobbo übernommen wurden. Im Oktober veröffentlichte die XXXLutz-Gruppe, dass Mahler ab 1. Januar 2016 Mitglied des Giga-Verbandes wird. Außerdem wurde kolportiert, dass die beiden Mahler-Standorte in Bopfingen und Wolfratshausen längst im Besitz der Österreicher seien, was von beiden Seiten heftig dementiert wurde. „Wie zuletzt mitgeteilt, wird Möbel Mahler Mitglied im Einkaufsverband Giga International. Die XXXLutz-Gruppe beteiligt sich (vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts) mit zehn Prozent an Möbel Mahler in Neu-Ulm. Die beim Kartellamt erfolgte Anmeldung hinsichtlich eines Zusammenschlusses der XXXLutz-Gruppe mit den Mahler-Standorten in Bopfingen und Wolfratshausen ist vorsorglich erfolgt. Diesbezüglich werden aktuell noch Verhandlungen geführt. Ob es – ähnlich Neu-Ulm – zu einer Beteiligung der XXXLutz-Gruppe an den Betrieben Wolfratshausen und Bopfingen kommen wird, ist derzeit völlig offen.“ Es bleibt also spannend.

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