Pfleiderer-Stammwerk in Neumarkt

Pfleiderer

Wachsender Umsatz, sinkende Mitarbeiterzahlen

Pfleiderer konnte seinen Umsatz und operativen Gewinn im ersten Halbjahr 2011 deutlich steigern. So verbesserte sich das bereinigte EBITDA nach sechs Monaten um 38 Prozent auf 54,1 Mio. Euro. Der Umsatz stieg im Halbjahresvergleich um 9,4 Prozent auf 595 Mio. Euro. Dabei wichtig: In dem von Pfleiderer veröffentlichten Bericht über das erste Halbjahr 2011 wird erstmalig das zum Verkauf gestellte Nordamerikageschäft den IFRS-Bestimmungen entsprechend als nicht fortgeführte Aktivität separat ausgewiesen. Die entsprechenden Vergleichswerte des Vorjahres sind laut Angaben des Unternehmens angepasst und damit vergleichbar.

Insgesamt war vor allem das Osteuropa-Geschäft für das Wachstum verantwortlich.

Allerdings präsentiert sich das Periodenergebnis weiterhin negativ und beträgt im Halbjahr -74,9 Mio. Euro nach -18,9 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Es ist wesentlich durch ein negatives Finanzergebnis in Höhe von -65,6 Mio. Euro geprägt, das die im Verlauf dieses Jahres vereinbarte, aber noch nicht umgesetzte Schuldenreduzierung von mehr als 700 Mio. Euro und die damit verbundene niedrigere Zinsbelastung noch nicht abbilden kann.

Pfleiderer betont, dass wenn die Maßnahmen zur finanziellen Restrukturierung bereits umgesetzt worden wären, der Konzern aus den fortgeführten Aktivitäten für das erste Halbjahr 2011 ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis ausweisen könnte.

Trotz der planmäßig umgesetzten Schließungen von drei Werken in Deutschland verzeichnete die Region Westeuropa im zweiten Quartal 2011 einen Umsatzrückgang um lediglich 2,0 Prozent von 202,1 Mio. Euro auf 198,1 Mio. Euro. Dabei wurde die EBIT-Marge jedoch von 1,7 Prozent auf 3,3 Prozent des Umsatzes fast verdoppelt. Als Folge der Werksschließungen in Ebersdorf, Gschwend und Nidda konnte der Kapazitätsüberhang in Deutschland weitestgehend beseitigt werden. Dies stellt die Grundlage für die im Vergleich zum Vorjahr deutliche Anhebung der Preise dar. Ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten lag die EBIT-Marge sogar bei 6,4 Prozent.

In Osteuropa wuchs der Umsatz im zweiten Quartal um 28,6 Prozent auf 99,8 Mio. Euro nach 77,6 Mio. Euro im gleichen Vorjahresquartal. Auch die EBIT-Marge wurde weiter von 4,4 Prozent auf 5,5 Prozent gesteigert. Dabei konnten die erheblichen Erhöhungen der Rohstoffkosten durch Volumenzuwächse und Preisanhebungen überkompensiert werden. So stiegen beispielsweise die Holzpreise um nahezu ein Drittel. Insgesamt hat Osteuropa als Wachstumsregion im zweiten Quartal einen Umsatzanteil von 33,5 Prozent der fortgeführten Konzernaktivitäten erreicht und seine Bedeutung für Pfleiderer weiter erhöht.

Das zum Verkauf vorgesehene und unter nicht fortzuführende Aktivitäten ausgewiesene Nordamerikageschäft wies im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von 13,4 Prozent - von 104,9 Mio. Euro auf 90,8 Mio. Euro - auf. Dabei waren vor allem Wechselkurseffekte für den Rückgang, die den Umsatz mit 22,8 Mio. Euro belasteten, verantwortlich. Insgesamt lag die Nachfrage im nordamerikanischen Markt zwar über dem Niveau von 2009, hat sich jedoch gegenüber 2010 erneut

abgeschwächt, nachdem die Subventionen im Immobilienbereich wieder ausgelaufen waren. Ferner wurde das Wettbewerbsumfeld durch Billigimporte im Bereich Laminatfußböden aus Asien verschärft Deshalb zieht sich Pfleiderer aus diesem Niedrigpreissegment zurückzieht. Das EBIT sank im zweiten Quartal von -0,2 Mio. Euro auf -1,6 Mio. Euro.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern (inklusive Nordamerika) sank im Vergleich zum 30. Juni 2010 von 5.579 auf 5.177, ein Rückgang um 402 Personen oder 7,2 Prozent. In Westeuropa nahm die Belegschaft im Zuge der Werksschließungen sogar um

9,2 Prozent auf 2.393 ab, während sie in Osteuropa leicht um 0,6 Prozent auf 1.587 zulegte. In Nordamerika nahm die Zahl der Beschäftigten um 13,0 Prozent auf 1.094 ab. Gegenüber dem Jahresendstand 2010 (5.373) sank die Konzernbelegschaft um 196 Beschäftigte.

Für das kommende Jahr rechnet Pfleiderer mit einem weiteren Umsatzwachstum, sofern sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, zum Beispiel durch die sich verschärfende Staatsschuldenkrise, nicht substanziell verschlechtern.

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