Rational
Vor dem Befreiungsschlag
Rational Küchen ohne eigene deutsche Produktion: Dies ist ein harter Schnitt für das Traditionsunternehmen in Riemsloh. Wie die geplante Schließung des Standorts Waldmünchen vonstatten gehen soll, konnte Thomas Klee zwar
Rational Küchen ohne eigene deutsche Produktion: Dies ist ein harter Schnitt für das Traditionsunternehmen in Riemsloh. Wie die geplante Schließung des Standorts Waldmünchen vonstatten gehen soll, konnte Thomas Klee zwar noch nicht sagen, denn der Zeitplan ist aktuell in Verhandlung. Doch werde der Übergang weniger ändern als viele befürchten, so beteuert der erst vor kurzem zum Geschäftsführer aufgestiegene Rational-Chef gegenüber moebelkultur.de.
„Alles sollte aus Kundensicht möglichst so bleiben wie es ist“, fasst Klee zusammen. Insbesondere gelte dies für die Kernkompetenzen von Rational. So soll es bei den Spezialtypen und Sonderanfertigungen in Lack, Glas oder Furnier auch nach der Verlagerung der manufakturähnlichen Produktion ins Snaidero-Werk nach Majano (bei Udine) keine wesentlichen Einschnitte geben. Immerhin sei auch die italienische Mutter in der hochwertigen und höchstindividuellen Küchenfertigung trainiert. Vielmehr gehe es nun darum, dem Druck der Banken nachzugeben und mehr Effizienz in die Strukturen und Abläufe zu bringen. „Wir brauchen die Rational-typischen Leistungen, sonst würden wir komplett in die Austauschbarkeit geraten“, bekräftigt Klee sein persönliches Engagement und sieht in der jüngsten Entscheidung eher einen „Befreiungsschlag“.
In Waldmünchen waren bislang 95 Mitarbeiter beschäftigt, von denen nur zehn für die Kundenbetreuung am Standort verbleiben. In Riemsloh sind es weiterhin 50 Mitarbeiter, die in puncto Produktentwicklung, Vertriebssteuerung und andere zentrale Funktionen die Rational-Fahne auch auf Dauer hochhalten sollen. Das niedersächsische Werk war bekanntlich schon letztes Jahr geschlossen worden.
Natürlich fordere das Umschwenken zur „deutschen Marke made in Italy“ neue Kommunikationsmaßnahmen und dem will Rational auch voll entsprechen. Ein zentrales Thema wird dazu die zur „Eurocucina“ angekündigte Küche von Topdesigner Karim Rashid. „Dies wird gerade im Export deutliche Zeichen setzen“, betont Klee. Immerhin macht das Auslandsgeschäft 50 Prozent des Umsatzes aus. In dieser Hinsicht sei es erfreulich, dass gerade in China wieder wichtige Projektgeschäfte anlaufen. Das neue preisgünstigere Programm „Mahlzeit“ soll ebenfalls die Vertriebschancen verbessern.
Auch nach dem totalen Verkauf der französischen FBD-Gruppe an Nobilia werde im übrigen die Lieferantenbeziehung Snaidero-Ixina aufrecht erhalten. Dies sei vertraglich zugesichert. Rational hingegen gehört schon länger nicht mehr zum Lieferantenspektrum. Dazu sorge der Auftrieb in den beiden Kernmärkten Italien und den USA dafür, dass auch die Konzernmutter wieder mehr Boden gewinnt.

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