Elo, Emsa, Fissler und Severin

Vier "Top 100"-Gewinner arbeiten zusammen

Beim diesjährigen deutschen Mittelstands-Summit "Top 100" zählten gleich vier Markenhersteller aus der Konsumgüterindustrie zu den Gewinnern: Elo, Emsa, Fissler und Severin - jedes Familienunternehmen für sich konnte die unabhängige Expertenjury überzeugen und wurde zu den "innovativsten Mittelständlern Deutschlands" gewählt. Elo erhielt das Gütesiegel zum zweiten, Fissler sogar schon zum vierten Mal in Folge. Diese hohe Auszeichnung möchten die vier Top-Innovatoren nutzen, um auch entsprechende Impulse an den Fachhandel zu geben. Daher planen das Marken-Quartett, auf der EK-Home und VME-Messe ihre innovativsten Produkte gemeinsam auf einer Sonderfläche, zusätzlich zu den jeweils eigenen Markenpräsentationen, vorzustellen. "Somit profitiert der Fachhandel von der geballten Innovationskraft vier namhafter Unternehmen und kann sich mit deren Produktinnovationen noch stärker von anderen Mitbewerbern abheben", heißt es in der Gemeinschaftserklärung zu dem Projekt.

Wie angesehen das Gütesiegel "Top 100" ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. 65 nationale und sogar 21 Weltmarktführer sind in diesem Jahr dabei. Zusammen meldeten die "Top-Innovatoren" in den vergangenen drei Jahren knapp 2.100 nationale und internationale Patente an. Für die 21. Auflage des Innovations-Awards bewarben sich in diesem Jahr 247 Unternehmen. Anhand einer Unternehmensvergleichsstudie untersuchen Prof. Dr. Nikolaus Franke vom Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation an der Wirtschaftsuniversität Wien und sein Team mittels eines wissenschaftlichen Verfahrens die mittelständischen Unternehmen. In dieser umfangreichen Analyse werden die Unternehmen hinsichtlich Qualität, Professionalität, Innovation und Zuverlässigkeit geprüft. Mentor dieses einzigartigen Wettbewerbs ist der bekannte Journalist und TV-Moderator Ranga Yogeshwar.

In den Preisbegründungen für die vier Gewinner aus der Konsumgüterbranche heißt es:

Die Elo Stahlwaren GmbH & Co. KG überzeugte vor allem durch ein innovatives Marketing, das beispielsweise bei der Markteinführung des neuartigen Schnellkochtopfes "Darling" eingesetzt wurde. Hier fand der Kundenkontakt insbesondere über digitale Medien und Social Media statt. Der mit einem QR-Code versehene Topf liefert dem Kunden beispielsweise Kochrezepte, Pflegeanleitungen und ermöglicht den Austausch mit anderen Kochinteressierten im Chat. Diese Innovation wurde von 65 Mitarbeitern in Rekordzeit realisiert. "Normalerweise benötigt ein solches Produkt neun bis zwölf Monate von der Idee bis zur Serienproduktion, jedoch im Fall von 'Darling' haben wir es in nur drei Monaten geschafft", wie der geschäftsführende Gesellschafter Marcus Grünewald hervorhebt. Das Geheimnis bei Elo liegt in der Mitarbeit aller Abteilungen an der Entwicklung von Ideen. Flache Hierarchien und ein familiärer Austausch fördern gleichzeitig dieses innovative Klima. Da auch die Büros offen sind und quasi jeder im Vorbeigehen die neuesten Entwicklungen mitbekommt, werden zeitraubende Meetings und Präsentationen vermieden.

"Bei Emsa werden Innovationen massiv gefördert und jede Idee gehört. Nicht jeder Vorschlag muss dabei ein Technologiesprung sein, aber eine einzigartige Idee braucht er schon", sagt Geschäftsführer Günter Nosthoff. Durch dieses besondere Ideenmanagement und strukturierte Prozesse erwirtschaftet das Unternehmen, das zu den führenden Herstellern von Haushalts- und Gartenartikeln zählt, mehr als 60 Prozent des Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Der Innovationsgeist bezieht sich aber nicht nur auf die Produkte selbst, sondern auch auf die gesamte Wertschöpfungskette, so dass am Ende eines intensiven Prozesses echte Innovationen "made in Emsdetten" entstehen.

"Innovationen funktionieren nicht auf Knopfdruck", kommentiert Fissler-Geschäftsführer Markus H. Kepka die Auszeichnung. "Grundlage unseres Erfolgs ist, dass nur Produkte, die die Bezeichnung 'Innovation' zu 100 Prozent verdienen, ihren Weg zum Verbraucher finden. Eine Idee auf dem Papier ist Gedankenkunst - die Innovationsleistung besteht darin, Mut zu haben und sie erfolgreich in die Realität umzusetzen. Dass wir das können, beweist unsere inzwischen fast 170-jährige Erfolgsgeschichte." Eine der jüngsten Innovationen aus Idar-Oberstein ist das immerscharfe "Bionic"-Messer: Dank patentierter High-Tech-Beschichtung wird der Wetzstahl überflüssig, denn es schärft sich bei jedem Schnitt selbst.

Fisslers Innovationsgeist spiegelt sich auch in der kontinuierlichen Prozessoptimierung wider: So wird beispielsweise die Auftragsabwicklung seit 2014 in einem neuen zentralen Auftragszentrum gebündelt, was einen schnelleren Durchlauf, flexiblere Abläufe und niedrigere Lagerkosten ermöglicht.

"Die jüngste Auszeichnung für unser Unternehmen gleicht einem Ritterschlag", wie der geschäftsführende Gesellschafter Rudolf Schulte von Severin betont. Damit wurden die Anstrengungen belohnt, die das Familienunternehmen in den letzten Jahren in Forschung und Entwicklung gesteckt hat. So meldete das Unternehmen mit seinem Sortiment aus den Bereichen Kaffee, Frühstück, Küche, Grillen, Haushalt, Personal Care und Kühlen in den vergangenen 24 Monaten eine große Anzahl von Patenten an und führte fast 70 neue Produkte in den Markt. Um innovative Kaffeemaschinen, Toaster oder Mixer zu entwickeln, bildet das Familienunternehmen interdisziplinäre Teams, um aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln eine Lösung zu finden. Durch die zusätzliche Einbindung von Lieferanten, Partnern und Kunden sowie den Dialog mit Kunden übers Internet konnte die Markteinführung neuer Produkte um einige Monate beschleunigt werden.

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