GfK

Verbessertes Konsumklima in Europa

Die Prognosen für dieses Jahr sind sehr gut. Aktuell korrigieren Wirtschaftsexperten ihre Voraussagen für 2015 in vielen Ländern nach oben. In Deutschland beispielsweise werden aktuell 1,8 Prozent erwartet, in Spanien

Die Prognosen für dieses Jahr sind sehr gut. Aktuell korrigieren Wirtschaftsexperten ihre Voraussagen für 2015 in vielen Ländern nach oben. In Deutschland beispielsweise werden aktuell 1,8 Prozent erwartet, in Spanien 2,8 Prozent, für die Euro-Zone 1,3 Prozent und für die gesamte EU 1,7 Prozent. Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich. In Spanien, Portugal, Frankreich, Italien und Griechenland ist die Situation allerdings noch extrem angespannt. Das sind Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa in 15 europäischen Staaten.

Diese anhaltend positive Entwicklung zeigt sich auch bei der Stimmung der Verbraucher. In den west- und südeuropäischen Ländern sowie Griechenland verbessert sich die Stimmung der Menschen zum Teil sehr deutlich. Nach der Neuwahl in Griechenland Ende Januar hoffen die Griechen auf eine deutliche konjunkturelle Verbesserung sowie auf steigende Einkommen. Die beiden Indikatoren sind im ersten Quartal jeweils um rund 30 Punkte gestiegen und liegen aktuell deutlich im positiven Bereich. Ob sich dieses Stimmungshoch halten kann, bleibt jedoch aufgrund der nach wie vor bestehenden Schwierigkeiten in Bezug auf die weitere Staatsfinanzierung abzuwarten. Die spanische Wirtschaft erholt sich zunehmend. Für dieses Jahr gehen Konjunkturexperten von einem Wachstum von 2,8 Prozent aus. Dementsprechend positiv ist auch die Einschätzung der Verbraucher. Die Konjunkturerwartung lag im März mit über 41 Punkten so hoch wie noch nie, seit die Studie im Jahr 1986 durchgeführt wird. Im Osten Europas hingegen ist das Stimmungsbild deutlich vom Krieg in der Ukraine sowie den Auseinandersetzungen des Westens mit Russland und den daraus resultierenden Wirtschaftssanktionen beeinflusst.

Die grundsätzlich positive Stimmung der europäischen Verbraucher zeigt sich auch beim GfK Konsumklima EU28. In den ersten drei Monaten stieg der Indikator deutlich um 4,3 Zähler auf 9,8 Punkte im März. Das ist der höchste Wert seit April 2008.

Die Wirtschaft in Deutschland entwickelt sich besser als erwartet. Konjunkturexperten korrigierten erst kürzlich ihre Prognosen nach oben. Aktuell erwarten sie in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Auch die deutschen Verbraucher erwarten, dass die Wirtschaft weiter wächst. In den vergangenen drei Monaten ist die Konjunkturerwartung um 22,3 Punkte auf 36,8 Punkte gestiegen. Zuletzt lag der Indikator im Juli 2014 höher. Vor einem Jahr lag er mit 33,2 Punkten nur wenig unter dem aktuellen Wert. Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück. Erste Tarifverhandlungen haben in diesem Jahr deutliche Lohn- und Gehaltssteigerungen gebracht. Die Inflation ist weiterhin niedrig. Die Einkommenserwartung der Deutschen ist entsprechend seit Dezember um 12,1 Punkte auf jetzt 53,1 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Juli 2014. Vor einem Jahr lag der Indikator bei 45,6 Punkten. Diese positiven Rahmenbedingungen wirken sich auch auf die Anschaffungsneigung der Deutschen aus. Sie ist im ersten Quartal um 13,9 Punkte auf aktuell 63 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit November 2006. Damals lag der Indikator wegen der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung zum 1.1.2007 auf einem unnatürlich hohen Niveau. Viele Deutsche zogen große Anschaffungen vor, um später nicht die höhere Mehrwertsteuer bezahlen zu müssen. Und die Deutschen scheinen das Geld auch tatsächlich auszugeben. So verzeichnete der Einzelhandel den stärksten Februarumsatz seit 15 Jahren.