V-Zug

Gewinnwarnung für 2025 – Nettoerlös mutmaßlich unter Vorjahr

Ende Juli hatte es der Schweizer Hausgerätekonzern in seiner Halbjahresbilanz bereits angedeutet, nun wird es konkreter: Wie nahezu alle Marktbegleiter hat auch V-Zug unter den anhaltenden wirtschaftlichen Bedingungen zu kämpfen. Als Prognose für das Geschäftsjahr 2025 gibt der Produzent eine Gewinnwarnung heraus – und beziffert den Nettoerlös im „mittleren einstelligen Prozentbereich unter Vorjahreswert“. Grund hierfür seien unter anderem unerwartete Stornierungen aus dem Auftragsbestand.

(Foto: V-Zug)

Neuer V-Zug-CEO seit April 2025

Grundsätzlich verfolgt V-Zug eine Wachstumsprognose von durchschnittlich 3 % p.a. – das hält der Schweizer Gerätehersteller auch noch einmal in einer Mitteilung fest, die Investor:innen und Presse mit Blick auf den nahenden Geschäftsabschluss 2025 von einem schrumpfenden Nettoerlös informieren soll. Das Ziel muss der in Deutschland als Premium-Produzent agierende Konzern nun erst einmal als „mittelfristig“ einstufen.

Stattdessen gestaltete sich das Jahr 2025 scheinbar als größere Herausforderung denn die Jahre zuvor. Mit Christoph Kilian trat am 1. April 2025 ein neuer CEO seinen Job bei der V-Zug AG an. Er folgte auf Peter Spirig, der das Unternehmen nach knapp fünf Jahren Zugehörigkeit verließ. Kilian, zuvor Mitglied des Bereichsvorstands der Robert Bosch Power Tools GmbH, sollte das profitable Wachstum in In- und Ausland für V-Zug vorantreiben.

Umsatzeinbruch bereits im Juli 2025

Während die Bilanz 2024 – einem Jahr, das für viele Brancheninsider bereits von Umsatzeinbruch und Personalentlassungen gekennzeichnet war – bei den Schweizern sogar gegenüber 2023 mit einem höheren Umsatz und einer verbesserten Profitabilität auftrumpfte, scheint 2025 unter keinem guten Stern zu stehen.

Im Juli vermeldete V-Zug einen signifikanten Umsatzeinbruch zum Halbjahr 2025 (wir berichteten). Zwischen Januar und Juli sank der Umsatz demnach um -4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel sogar um 65,4 Prozent niedriger aus. Und das Konzernergebnis belief sich auf lediglich 1,6 Mio. CHF – ein Rückgang um über 80 Prozent. Schon da gab sich V-Zug verhalten mit Blick auf den Rest des Jahres: Laut eigener Einschätzung bestehe das Risiko, dass das Jahresergebnis 2025 das Vorjahresniveau nicht erreichen würde.

Gründe für Gewinnwarnung bei V-Zug

Noch stehen die konkreten Zahlen aus, doch schon jetzt erklärt V-Zug, man erwarte einen Nettoerlös für das Geschäftsjahr 2025 im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahreswert – sowohl im Jahres- als auch im Halbjahresvergleich.

Ausschlaggebend dafür sei die rückläufige Marktentwicklung in der Schweiz und in den internationalen Märkten, in denen es „teilweise zu kurzfristigen und unerwarteten Stornierungen aus dem bestehenden Auftragsbestand kam“. Das schlage sich unmittelbar auf EBIT und Profitabilität – und zwar aufgrund hoher Fixkosten, beispielsweise den Bau der vertikalen Produktion am Standort Zug, in „überproportionaler“ Höhe.

Zugleich werde das Finanzergebnis durch eine „kleine Beteiligung an einem digitalen Start-Up“ und eine Wertberichtigung infolgedessen belastet.

Maßnahmenpakete für 2026

V-Zug kämpft. Das Unternehmen gehe davon aus, heißt es, „dass die marktseitigen Herausforderungen auch im kommenden Jahr bestehen bleiben“. Die beschlossenen Maßnahmenpakete „Simplify“ und „Grow“ zielen daher auf Einsparungen, Effizienzsteigerungen und eine verstärkte Marktbearbeitung ab.

In der Schweiz will der Produzent verkaufsfördernde Maßnahmen anstreben und seinen Kundenservice ausbauen. International soll das Wachstum ähnlich zustande kommen, wobei V-Zug laut eigenen Angaben zwar „erhebliches Wachstumspotenzial“ sieht, aber eben auch „keine deutliche Erholung“ im kommenden Jahr.

Seit April 2025 müsse man sich einer „in dieser Form nicht erwarteten Dynamik“ stellen, sagt das Unternehmen. Hierzulande dürfte der Produzent mit neuen Verpflichtungen – unter anderem den Vertriebsexperten Antonio Terrada – gut aufgestellt sein für diese Art von Herausforderung. Wie auch andere Marktbegleiter wird sich V-Zug allerdings entscheiden müssen, ob die derzeitige Strategie im Premiumsegment noch genügt – oder ob Produkte und Preis künftig auch breiter aufgestellt werden sollen.

Immerhin: Das Ziel, in der gesamten V-Zug AG wieder eine Profitabilität von 10 Prozent zu erreichen, steht.