Sat.1 - "AKTE 08"

Ungenießbares oder Delikatessen im Möbelhaus?

Wie gut ist das Essen im Möbelhaus? Das fragte die Redaktion des Sat. 1-Ratgeber-Magazins "Akte 08" in ihrer Sendung am Dienstag. Test-Objekte waren die jeweilig angebotenen Tagesgerichte. So begab sich

Wie gut ist das Essen im Möbelhaus? Das fragte die Redaktion des Sat. 1-Ratgeber-Magazins "Akte 08" in ihrer Sendung am Dienstag. Test-Objekte waren die jeweilig angebotenen Tagesgerichte. So begab sich TV-Koch und Ernährungsexperte Andreas Völkel für "Akte 08" in verschiedene Möbel-Paläste, um sein Fachurteil zu sprechen. Um es gleich vorwegzunehmen: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte in den meisten Fällen, denn Einser- und Zweiernoten wurden reichlich verteilt.
Die Frage nach den günstigen Preisen von bis zu 1,99 Euro pro Mittagstisch blieb aber bestehen. In einem "Großstadtmöbelhaus", das qualitativ ordentlich aus der Reihe tanzte und Essen zu Spottpreisen kredenzte, das laut Völkel "nach Spülmittel" schmeckte, gab eine Köchin zur Antwort: "Weil der Handel das unterstützt" – mit dem Zusatz: "Bleibt aber unter uns". Denn Food-Subventionen werden in der Regel abgestritten, da die Möbel-Restaurants eigenständige, Miete zahlende Unternehmen sind. Doch die Behauptung, dass kein Cent aus dem Marketing-Etat in die günstigen Gerichte investiert wird, ist kalkulatorisch kaum aufrecht zu erhalten.
Seltsam, dass dann wie im obigen "Großstadtbeispiel" immer noch ein paar schwarze Schafe dabei sind, die es nicht nur bei den Möbeln, sondern auch beim Essen ausschließlich mit dem Preishammer und nicht mit Qualität versuchen. Wie es geht, zeigten die beiden Klassenbesten unter den vier in der Sendung ausführlich gezeigten Fällen. Bei genauerem Hingucken fiel die Identifikation nicht schwer: Im Möbel Kraft-Restaurant wurde unter der gastronomischen Leitung von Fabian Bork eine einwandfreie Schweinshaxe serviert und Holger Görisch, Geschäftsführer der "Kochmütze"-Restaurants bei Möbel Höffner, sackte sogar die Bestnote 1 ein. "Wir sind Teil des Marketing", gibt der Maestro zu bedenken. Gedankt wird es ihm mit Stammkunden, die sich vermeintlich nur zum Plaudern und Schlemmen einfinden – und dabei vielleicht doch an dem ein oder anderen Möbelstück nicht vorbeikommen.