Aussenhandel

Uneinheitliche Entwicklung in der deutschen Möbelindustrie

Unterschiedlich haben sich die Außenhandelszahlen der deutschen Möbelwirtschaft entwickelt. Das teilte Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer der Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein Westfalen, mit. Allerdings gab er zu bedenken, dass

Unterschiedlich haben sich die Außenhandelszahlen der deutschen Möbelwirtschaft entwickelt. Das teilte Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer der Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein Westfalen, mit. Allerdings gab er zu bedenken, dass die Außenhandelszahlen der Verbände nicht identisch sind mit denen des Statistischen Bundesamtes. Die Gründe: Zum einen gehen die Verbandszahlen auf Daten der Zollbehörde zurück und zum anderen werden reine Handelsumsätze – also von Handels- und Großhandelsbetrieben – erfasst. Damit fließen auch Umsätze von Unternehmen in die Verbandsstatistik, die zwar ihren Sitz in Deutschland haben, aber im Ausland fertigen.

Besonders positiv zeigte sich im ersten Quartal die Bilanz des Küchenmöbelsektors. Er konnte seine Exporte um 6,4 Prozent steigern, während die Importe um 3,9 Prozent zurückgingen. In nahezu allen wichtigen Zielregionen konnte der Außenhandel zulegen: Niederlande Plus 12 Prozent, Großbritannien Plus 15,1 Prozent, China Plus 3,7 Prozent USA Plus 18,8 Prozent und Schweiz Plus 11,9 Prozent. Rückläufig zeigten sich aufgrund der politischen Lage Exporte nach Russland (-23,9 %).

Die Polstermöbelindustrie konnte im ersten Quartal 2015 dagegen mit einem Plus von 0,3 Prozent kaum ein Wachstum beim Export verzeichnen. Stattdessen legte der Import um 8,2 Prozent zu. Positiv entwickelte sich der Außenhandel des Segments mit Frankreich (+ 13 %), der Schweiz (+ 5,7 %) und Großbritannien (+ 15,4 %). Rückgänge gab es dagegen in den Niederlanden (- 16 %), Belgien (-8,4 %) und Japan (-22,2 %) sowie aufgrund der politischen Lage in Russland (-25,8 %).

Äußerst negativ sieht die Außenhandelsbilanz im Wohn- Ess- und Schlafzimmersektor aus. Die Exporte gingen in den ersten drei Monaten 2015 um 7 Prozent zurück, während die Importe um 12,2 Prozent zulegten. Von den Top-6-Ausfuhrmärkten liegen fünf im Minus. Einzig in der Schweiz konnte ein Wachstum von 4 Prozent verzeichnet werden.

Bei den Einfuhren legte China mit 42,9 Prozent zu. Nach absolutem Volumen dominieren jedoch Importe aus Polen. Ein Drittel der importierten Möbel in dem Segment kommt aus dem Nachbarland.

Entsprechend heterogen zeigt sich die Außenhandelsbilanz der Branche gespreizt. Während der Küchenmöbelsektor einen Überschuss von 364 Mio. Euro aufweist, liegen Polster-, Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel im Minus. Bei Sessel, Sofas und Co. wurden für 317 Mio. Euro mehr Waren importiert als exportiert. Bei den Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbeln beläuft sich der Wert auf 190 Mio. Euro.