Schwarzer Freitag?

Und das sind die Alternativ-Aktionen zum Black Friday

Erfahrungsgemäß bewirkt jeder Megatrend einen Gegentrend. Das gilt auch für die Marketing-Hochphase rund um den Black Friday, die in diesem Jahr laut HDE-Prognosen nochmal 18 Prozent mehr Umsatz generiert. Doch die kritischen Stimmen nehmen zu. Das Europäische Verbraucherzentrum beobachtet, dass „der Konsumrausch am Black Friday und nachhaltiges Einkaufen nichts gemeinsam haben. Aus diesem Grund entwickeln immer mehr Anbieter und Versandhäuser eine Gegenbewegung, die wieder das Kauferlebnis und das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus rücken wollen.“

Ebay Kleinanzeigen ruft dementsprechend den „Green Sunday“ aus, mit der Botschaft, dass mehr Secondhand-Teile, das heißt gebrauchte Gegenstände, gekauft werden sollten, anstatt ständig neue Dinge zu erwerben.

Auch Ikea hat mit dem „Buyback Friday“ eine ähnliche Aktion geplant: Ikea kauft im Rahmen des „Buyback Friday“ gebrauchte Möbelstücke zu Sonderkonditionen zurück und gibt ihnen in der Fundgrube die Chance, einen neuen Besitzer zu finden. Hintergrund der Maßnahme sind die Nachhaltigkeitsziele von Ikea. So plant das Unternehmen, bis zum Jahr 2030 alle Produkte nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zu entwerfen und dabei ausschließlich auf erneuerbare oder recycelte Materialien zu setzen.

Der Marketing-Verbund „Münchens erste Häuser“ setzt am 27. November zum dritten Mal in Folge „ein klares Zeichen für ein solidarisches  Miteinander anstelle von lautstarken, medial überhöhten Konsumaktionen und künstlich erzeugten Rabattschlachten im Handel.“ Die Traditionshäuser Hirmer, Hugendubel, Kustermann und Sporthaus Schuster spenden am 27. November 2020 im Rahmen ihrer gemeinsamen Aktion einen Teil der getätigten Tagesumsätze an die Münchner „Gesellschaft macht Schule“. Die lokale Aktion wird nun auch erstmalig national aktiv, da Hugendubel deutschlandweit mit allen Filialen teilnimmt.

Mit dem „Charity Friday“ möchte der Marktplatz für gebrauchte Designermöbel, Revive Interior, die eigenen Kunden mobilisieren, nachhaltiger einzukaufen. Die Idee hinter dem „Charity Friday“ lautet, den Schauplatz des Shopping-Events Black Friday zu nutzen und Kunden eigenständig für den guten Zweck mitbestimmen zu lassen. Sie erhalten einen Rabatt von 10 Prozent auf den Kaufpreis und können nach eigenem Ermessen die Ersparnis zum Teil oder auch vollständig spenden beziehungsweise sich den Rabatt selbst zuschreiben lassen. Spendenzweck wird das Projekt "Corona-Hilfe" von der Aktion Lichtblicke e.V. sein, welches Menschen, insbesondere Familien und Alleinerziehende, unterstützt, die besonders hart von der Krise getroffen wurden. Den geschäftsführenden Gründern zufolge ist es vor allem erstrebenswert, ein Umdenken bei den Käufern zu bewirken, indem das Unternehmen die Verwendung nicht dirigiert – auch ein Kunde kann finanziell und beruflich in Mitleidenschaft gezogen worden sein und den Rabatt als Erleichterung wahrnehmen.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch die Kategorie er „Enthaltsamen“, die an dem Shopping-Spektakel generell nicht partizipieren. Weckesser ist so ein Kandidat, der als Hochwertanbieter den Black Friday nicht mit seinem Image vereinen möchte. Dafür gibt es über das ganze Jahr verteilt Aktionen gemeinsam mit Herstellern oder hausinterne Aktionen, die auch über Social Media beworben werden.

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