Dr. Günter Scheipermeier mit Dr. Oliver Streit.

Nobilia

Umsatzplus von 5,4 Prozent im Jahr 2010

"Die Krise hat bei uns nicht stattgefunden." Wie Nobilia auf der heutigen Bilanzpressekonferenz bekannt gab, konnte das Unternehmen 2010 einen Umsatz von 783 Mio. Euro erzielen (2009: 743,2 Mio. Euro). Das entspricht einem Wachstum von 5,4 Prozent. Davon entfielen auf das Inland 494,5 Mio. Euro (+2,5%) und auf das Ausland 288,5 Mio. Euro (+10,6%). Damit beträgt die Exportquote knapp 37 Prozent. "Weil Nobilia im Inland bereits jede dritte Küche liefert, wird eine Steigerung hier immer schwieriger", so Geschäftsführer Dr. Günter Scheipermeier (links). Deshalb wird für das Unternehmen der Export immer wichtiger. Dabei spielt die Komplettvermarktung zunehmend eine Rolle. Neben der Exklusiv-Marke Progress (Electrolux), die nach kurzer Zeit bereits einen Anteil von fast fünf Prozent am deutschen Markt für Kücheneinbaugeräte erzielte, wird jetzt auch Junker(exklusiv von BSH)eingesetzt.

Nobilias Marktanteil in Deutschland lag 2010 bei 29,7 Prozent (2009: 28,5%). Das verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Vertriebswege: Bei Einrichtungshäusern betrug der Marktanteil 35,7 Prozent, im Segment der Küchenspezialisten legte er auf 25 Prozent zu. Dagegen fiel er im Bereich Mitnahme/SB auf 21,3 Prozent (2009: 24%).

Den Marktanteil nach Preisgruppen betrachtet, bleibt es beim geringen Anteil von Nobilia im Segment unter 2.000 Euro. In den mittleren Bereichen stieg der Anteil in den einzelnen Preisgruppen - bis auf einen Wert von 48,2 Prozent im Segment von 4.000 bis 6.000 Euro. Auch in höheren Lagen ist der Anteil gestiegen: im Bereich von 8.000 bis 10.000 Euro auf 36,8 Prozent (2009: 26,5%) und im Segment von 10.000 Euro auf 13,7 Prozent.

Parallel zum Umsatzwachstum hat sich auch die Produktionsmenge erhöht. Mit 4,9 Mio. Schränken und mehr als 1,2 Mio. Arbeitsplatten erreichte Nobilia nach eigenen Angaben neue Spitzenwerte. Hieraus resultieren etwa 485.000 Küchenkommissionen im Jahr bzw. ca. 2.200 Kommissionen je Arbeitstag.

Bei Abschreibungen von 27,6 Mio. Euro sind 57 Mio. Euro investiert worden. Schwerpunkt hierbei: die Werke in Verl-Sürenheide und in Verl-Kaunitz. In Verl-Sürenheide wurde eine 13.000 qm große Montage- und Versandhalle durch einen Neubau ersetzt. Darüber hinaus flossen über 14,5 Mio. Euro in die Erneuerung technischer Anlagen. Das Werk Verl-Kaunitz ist weiter ausgebaut worden. Es wurden 3,9 Mio. Euro für Gebäude und 18,9 Mio. für Maschinen und maschinelle Anlagen aufgewandt.

Die Anzahl der Mitarbeiter betrug zum Jahresende 2.150, das entspricht einem Plus von 191. Weitere Einstellungen sind geplant. Des weiteren beschäftigt Nobilia 85 Auszubildende.

Auch die Entwicklung der Unternehmensgruppe Nobilia - inklusive des Retailgeschäfts - war positiv. Der konsolidierte und quotenbereinigte Außenumsatz legte um 5,8 Prozent auf 844,2 Mio. Euro zu. Erfreulich zeigten sich dabei die Entwicklung der FBD S.A. in Frankreich und das Konzept "eggo" in Belgien. Dagegen litten "Noblessa" in Schweden und "Kutchenhaus" in England unter den dortigen Marktverhältnissen.

Für 2011 plant Nobilia ein weiteres Wachstum, und zwar in der Größenordnung wie 2010. Um das zu erreichen, sind kapazitätserweiternde Investitionen nötig, vor allem im Werk Verl-Kaunitz. Rund 38 Mio. Euro will das Unternehmen dafür zur Verfügung stellen. Insgesamt sind Investitionen von 60 Mio. Euro in diesem Jahr vorgesehen.

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