Oberfränkische Möbelindustrie

Umsatzplus im ersten Halbjahr

Positive Entwicklung trotz Konsumschwäche: Die oberfränkische Polstermöbelindustrie konnte im ersten Halbjahr 2008 ein Umsatzplus von 4,1 Prozent verbuchen. Damit steht sie laut Norbert Furche (Foto), Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Holzwirtschaft

Positive Entwicklung trotz Konsumschwäche: Die oberfränkische Polstermöbelindustrie konnte im ersten Halbjahr 2008 ein Umsatzplus von 4,1 Prozent verbuchen. Damit steht sie laut Norbert Furche (Foto), Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen, deutlich besser da als die Polstermöbelindustrie in Deutschland insgesamt. Ihr Umsatz verringerte sich in den ersten sechs Monaten um 6,6 Prozent.
Auch beim Auftragseingang gab es für die oberfränkische Polstermöbelindustrie ein Plus, und zwar von 3,5 Prozent. Dabei betont Furche allerdings, dass eine Abwärtsentwicklung im zweiten Quartal nicht zu übersehen ist. Um 3,8 Prozent auf nun 29 Prozent stieg der Exportanteil am Gesamtumsatz. Die Verkaufspreise erhöhten sich lediglich um 2,8 Prozent, was sich negativ auf die Erträge der Industrie auswirkt, da die Kostensteigerungen zwischen fünf und neun Prozent betragen. Deshalb hält Norbert Furche Preisanhebungen von fünf Prozent für "unbedingt erforderlich". Zusätzlich betont er, seien Preisbindungsverpflichtungen nicht mehr akzeptabel. Bei den Beschäftigtenzahlen gab es einen geringfügigen Zuwachs von 0,2 Prozent.
Die Branchenumfrage im Vorfeld der Hausmessen Oberfranken zeigt gedämpften Optimismus in den Betrieben. Immerhin rund 85 Prozent sind mit der aktuellen Geschäftsentwicklung zufrieden, 13 Prozent sprechen von einer Verschlechterung. Anders stellt sich die Einschätzung der Ertragssituation dar: Nur noch 13 Prozent (2007: fast 33%) berichten über eine bessere Ertragslage, 26 Prozent dagegen von schlechteren Erträgen. Trotzdem denkt laut Norbert Furche keine der Firmen am Standort Oberfranken an die Verlagerung ihrer Produktion.
Um die Konsumenten wieder mehr zum Möbelkauf anzuregen, müssen sich Handel und Industrie verstärkt Gedanken machen, "wie durch alternative Verkaufswege der Vertrieb gestärkt werden kann". Lust auf neue Möbel sollen außerdem die Innovationen machen, die während der Hausmesse Oberfranken gezeigt werden. Zu den Trends gehören kleinere Sitzmöbel, gewebte Bezugsstoffe sowie Produkte, die individuell auf den Kunden abgestimmt werden. Farblich dominieren Naturtöne und Weiß, manche Designer sehen blaue Stoffe im Kommen. Außerdem spielt Ergonomie eine immer wichtigere Rolle.