Otto Group - Geschäftsjahr 2013/2014

Umsatzentwicklung bescheiden, Gewinnentwicklung erfreulich – Heine und Schwab mit Problemen

Die international agierende Otto Group hadert mit dem starken Euro. Denn nach Wechselkurseffekten bleiben von 3,3 Prozent Umsatzsteigerung im Geschäftsjahr 2013/14 lediglich 1,8 Prozent plus übrig. In absoluten Zahlen steigerte

Die international agierende Otto Group hadert mit dem starken Euro. Denn nach Wechselkurseffekten bleiben von 3,3 Prozent Umsatzsteigerung im Geschäftsjahr 2013/14 lediglich 1,8 Prozent plus übrig. In absoluten Zahlen steigerte die Gruppe ihren Umsatz von 11,8 auf 12 Mrd. Euro.
Umso erfreulicher ist offenbar die Gewinnentwicklung, denn mit einem EBIT in Höhe von 388 Mio. Euro konnte an "an das hervorragende Ergebnis des letzten Geschäftsjahres" angeknüft werden. "Wir haben unser Ziel, im abgelaufenen Geschäftsjahr ein werthaltiges Wachstum zu erreichen, gut erfüllt", betont der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader.
Überdurchschnittlich lief das Geschäft im Internet-Handel. Aus bestehendem Geschäft heraus hat es die Otto Group geschafft, über ihre weltweit gut 100 Onlineshops rund 400 Mio. Euro mehr zu erlösen und damit die 6-Milliarden-Euro-Umsatzmarke zu überspringen – eine Steigerung von rund 7,6 Prozent. Die Online-Umsätze stehen damit für knapp 61 Prozent der gruppenweiten Einzelhandelsumsätze. Im deutschen Markt konnte ein Zuwachs von 7,2 Prozent oder knapp 270 Mio. auf rund 4 Mrd. Euro erzielt werden. Damit werden im deutschen Multichannel-Einzelhandel bereits zwei von drei Euro online erwirtschaftet. Besonderen Wert legt die Gruppe darauf, profitabel zu wachsen.
Die Geschäfte der Otto Group liefen im vergangenen Jahr in Deutschland besonders gut, sie legten um 4,6 Prozent auf 7,062 Mrd. Euro zu. Im Segment Multichannel-Einzelhandel stiegen die Erlöse um 2,3 Prozent und damit deutlich höher als der gesamte Einzelhandel in Deutschland, der laut Destatis nur um 1,4 Prozent zunahm. Das Segment Finanzdienstleistungen legte um rund 43 Prozent, das Segment Service (z.B. Hermes) um 12,5 Prozent zu.
Eine gute Entwicklung haben sich viele große Multichannel-Einzelhändler der Otto Group erarbeitet. So setzte die Kerngesellschaft Otto aufgrund erheblicher Investitionen in Sortiment, Marke und Technologie im vergangenen Geschäftsjahr 142 Mio. Euro mehr um und wuchs um 6,7 Prozent auf 2,269 Mrd. Euro. Die in 27 Ländern tätige Bonprix-Gruppe legte um 66 Mio. Euro auf 1,288 Mrd. Euro zu – ein Zuwachs um 5,4 Prozent. Eine noch bessere Umsatzentwicklung konnte die Witt-Gruppe verzeichnen. Sie wuchs um 7,5 Prozent auf 716 Mio. Euro, ein Plus von 50 Mio. Euro. Die Baur-Gruppe vermeldete einen leichten Anstieg um 0,5 Prozent auf 669 Mio. Euro; das tatsächliche Wachstum war höher, weil die Umsätze des Onlinehändlers Mirapodo fehlen, der nun bei der Mytoys-Gruppe bilanziert wird. Die Heine-Gruppe musste einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent auf 483 Mio. Euro hinnehmen. Ähnlich entwickelte sich der Umsatz bei der Schwab-Gruppe mit einem Minus von 4,4 Prozent auf 255 Mio. Euro. Ebenso musste Sportscheck einen Rückgang von 5,1 Prozent auf 319 Mio. Euro bilanzieren. Die Mytoys-Gruppe hingegen konnte mit ihrem Multishop-Konzept inklusive Mirapodo den Umsatz kräftig um 35,4 Prozent auf 383 Mio. Euro steigern. Hohe zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnen überdies weitere Onlineanbieter der Otto Group wie Baumarkt Direkt und Limango.
Nach vorläufigen Berechnungen ist die Zahl der Beschäftigten der Otto Group im vergangenen Jahr mit rund 53.700 Vollzeitstellen stabil geblieben. In Deutschland nahm die Zahl der Stellen um rund 650 auf knapp 26.000 zu.