Präsentierten heute in Hamburg die 2014er Zahlen für den Distanzhandel: Christoph Wenk-Fischer und Gero Furchheim (beide bevh) sowie Dr. Friedemann Weber vom Marktforschungsinstitut GIM (v. l.).

BEVH

Umsatz im Distanzhandel klettert auf 60 Mrd. Euro - allein 2,462 Mrd. Euro für Möbel und Dekoration

Heute vormittag hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) in Hamburg seine diesjährige Jahrespressekonferenz abgehalten. Präsdient Gero Furchheim und Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer präsentierten die aktuellen Zahlen zum Onlinehandel in Deutschland. Demnach bestellten die deutschen Konsumenten 2014 Waren (49,1 Mrd. Euro) und Dienstleistungen, u. a. Reise- und Ticketbuchungen sowie Downloads, (knapp 11 Mrd. Euro) im Wert von insgesamt 60 Mrd. Euro im Distanzhandel (+2 Prozent im Vergleich zu 2013). Den Großteil davon, 85 Prozent, wurde via Internet geordert. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 81 Prozent. Damit wuchs der Onlinehandel mit Waren 2014 um 7 Prozent – und liegt deutlich über dem Wachstum des gesamten Einzelhandels.

"Die Entwicklung des letzten Jahres zeigt vor allem zwei Dinge: Der Interaktive Handel hat sich als wesentlicher Teil des Einzelhandels etabliert und ist damit auch für konjunkturelle Schwankungen anfällig. Dass trotz des schwierigen Umfelds im vergangenen Jahr der Onlinehandel weiter wachsen konnte, ist aber gleichzeitig ein deutliches Zeichen für das Potential der Branche", so Gero Furchheim.

Die mit Abstand beliebteste Warengruppe bleibt Bekleidung, 2014 mit 11,9 Mrd. Euro Umsatz (2013: 11,6 Mrd.). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Unterhaltungselektronik mit 5 Mrd. Euro (2013: knapp 4 Mrd.) und Bücher mit 4,1 Mrd. Euro (2013: 5,3 Mrd.). Zu den deutlichen Gewinnern zählten neben der Unterhaltungselektronik sowie Computer und Zubehör auch der Bereich Möbel und Dekoration. Der interaktiv erzielte Umsatz lag hier 2014 bei 2,462 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Plus von immerhin 52 (!) Prozent gegenüber 2013 (1,619 Mrd.). 2,178 Mrd. Euro davon (über 88 Prozent) werden bereits online bestellt. Im Vorjahr waren es 1,232 Mrd. Euro (76 Prozent) an Möbeln und Deko-Artikeln, die übers Netz bestellt wurden.

Die Experten erklärten den rasanten Zuwachs mit den Eintritt neuer Marktplayer, sowohl von stationären Händlern, die nun auch das Online-Geschäfts forcieren, als auch durch Zuwächse bei den Online-Pure-Playern, die zudem offensiver werben, auch im TV. Darüber hinaus seien Möbel im Versandhandel schon immer eine wichtige Größe gewesen. Versender, allen voran die Otto Group, die hierzulande geschätzt inzwischen über 1 Mrd. Euro im Living Bereich umsetzt und damit marktbeherrschend auftritt, würden ihre Kompetenz nicht nur im Distanzhandel, sondern auch im Thema Einrichten immer besser nutzen.

Auch wenn das Wachstum im vergangenen Jahr im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar gebremst war, geht der Verband für 2015 von einer erneuten Steigerung aus. Für den gesamten Interaktiven Handel (ohne Dienstleistungen) prognostiziert der bevh ein Plus von 5 Prozent auf 51,6 Mrd. Euro und für den E-Commerce von 12 Prozent auf 46,9 Mrd. Euro. „Die Dynamik bei den aufstrebenden Warengruppen, die Verschiebungen zwischen den Kanälen und nicht zuletzt das gute Weihnachtsgeschäft des vergangenen Jahres zeigen, dass ein weiteres überdurchschnittliches Wachstum möglich ist“, betont Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Zur Studie: Die Untersuchung "Interaktiver Handel in Deutschland" wurde 2014 zum zweiten Mal im aktualisierten Studiendesign vom Marktforschungsinstitut GIM-Gesellschaft für innovative Marktforschung im Auftrag des bevh durchgeführt. Dafür wurden rund 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter von über 14 Jahren von Januar bis Dezember 2014 telefonisch und per Onlinefragebogen zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen befragt.

Diese Seite teilen