Hauptversammlung bei Alno

Überwältigende Mehrheit für Sanierungskonzept

Um die Notwendigkeit des Sanierungskonzepts bei Alno zu unterstreichen, dem die Aktionäre auf der heutigen Hauptversammlung in Pfullendorf zugestimmt haben, wandte sich CEO Max Müller in aller Deutlichkeit an die

Um die Notwendigkeit des Sanierungskonzepts bei Alno zu unterstreichen, dem die Aktionäre auf der heutigen Hauptversammlung in Pfullendorf zugestimmt haben, wandte sich CEO Max Müller in aller Deutlichkeit an die Aktionäre: "Ohne ein erhebliches finanzielles Entgegenkommen der einzelnen Kreditgeber, der Hauptaktionäre und anderer Alno-Gläubiger in den vergangenen Wochen wäre eine Insolvenz der Gesellschaft nicht mehr abzuwenden gewesen." Die bilanzielle und finanzielle Sanierung sei eine unerlässliche Bedingung, um die Gruppe auch operativ nachhaltig sanieren zu können. Kern des Kapitalkonzepts ist eine Herabsetzung des gezeichneten Kapitals in Höhe von 67,8 Mio. Euro auf 26,1 Mio. Euro und eine anschließende Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von 46,2 Mio. Euro. Ebenso wie alle anderen Tagungspunkte wurde das Konzept mit über 99 prozentiger Zustimmung verabschiedet.
Max Müller erklärte, dass die auf der vergangenen Hauptversammlung ausgegeben Ziele – Umsatzsteigerung sowie Verbesserung der Ebit-Marge und der Eigenkapitalquote – nicht erreicht wurden und nannte 2011 das "schwierigste Jahr in der 85-jährigen Firmengeschichte". Der Umsatzrückgang betrug 3,1 Prozent (auf 452 Mio. Euro). Ein Grund dafür war die Einführung des neuen Produktsortiments bei Wellmann. "Ich habe die Komplexität dieser Umstellung unterschätzt", so Max Müller. Seit Februar 2012 laufe die Produktion nun wieder reibungslos. Daneben wirkten sich die verfehlte Preispolitik und die Liquidation von fünf Tochtergesellschaften im Ausland negativ aus. "Aber wir haben im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres die Trendwende geschafft." In den ersten sechs Monaten 2012 steigerte sich der Konzernumsatz um knapp vier Prozent. Das EBITDA liegt bei 5 Mio. Euro, das entspricht einer Verbesserung von 13,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. "Dieser Trend setzt sich auch im Juli und August fort", betonte Müller.
Für die Zukunft hat Alno nun vier Ziele vor Augen: nachhaltig wettbewerbsfähig und finanziell stabil zu sein, zukunftsfähige Prozesse im Unternehmen zu haben und profitabel zu wachsen. Um das zu erreichen, soll erstens durch eine differenzierte Preisstruktur der Umsatz profitabler gemacht werden. Zweitens will Alno den Vertrieb besser an die Handelsstrukturen in der Küchenmöbelindustrie anpassen. Drittens sollen klare Vermarktungsregeln dem Markenprodukt Alno ein einheitliches Profil geben – unabhängig vom Vertriebspartner. Und viertens will Max Müller die Exportquote erhöhen, die aktuell 26 Prozent beträgt. Im Blick hat Alno dabei Asien (insbesondere China), Nordamerika, Frankreich, Großbritannien und die Schweiz. "Ab Oktober sind wir der einzige deutsche Hersteller, der die Schweizer Küchennormen erfüllen kann." Daher eröffnet der Konzern am 24. August den ersten Flagshipstore in Zürich – weitere sollen in Biel, Rothrist und Zug folgen.
Zum Abschluss seiner Rede betonte der CEO: "Ohne das große Engagement aller Mitarbeiter gäbe es die Alno AG heute nicht mehr."