Die Tschechische Republik ist Deutschlands größter Holzimporteur. (Bild: Wikipedia, Doktory, Certovo Jezero See, Tschechien)

Rohholzbilanz 2010

Tschechische Republik ist größter Holzlieferant für Deutschland

Im Jahr 2010 hat Deutschland deutlich mehr Rohholz importiert als exportiert. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der bevorstehenden Ligna, der Weltmesse für Forst- und Holzwirtschaft (30. Mai bis 3. Juni 2011), mit. Exporten von 3,3 Mio. Kubikmeter Rohholz im Wert von 265 Mio. Euro standen Einfuhren von 6,8 Mio. Kubikmeter Rohholz für 424 Mio. Euro gegenüber. Rund ein Fünftel der gesamten Rohholzeinfuhren, und zwar 1,3 Mio. Kubikmeter (87 Mio. Euro), kam aus der Tschechischen Republik.

Weitere wichtige Lieferländer waren Polen und Frankreich. Aus Polen wurden 1,2 Mio. Kubikmeter (55 Mio. Euro) und aus Frankreich 1,1 Mio. Kubikmeter (49 Mio. Euro) Rohholz importiert.

Bei den Ausfuhren stand ísterreich an der Spitze der Bezieherländer: Rund 44 Prozent (1,5 Mio. Kubikmeter) des ausgeführten Holzes gingen dorthin.

Der Holzeinschlag in Deutschland betrug im Jahr 2010 rund 54,4 Mio. Kubikmeter. Das war zwar deutlich mehr als im Jahr 2009 (48,1 Mio. Kubikmeter), jedoch weniger als im sechsjährigen Mittel von 2004 bis 2009 (durchschnittlich 59 Mio. Kubikmeter). Mit 42,4 Mio. Kubikmetern machte Nadelholz im vergangenen Jahr 78 Prozent des Gesamteinschlages aus, auf Laubholz entfielen 22 Prozent (11,9 Mio. Kubikmeter).

Eine für die Holzwirtschaft wichtige Debatte steht heute im Bundesrat an, denn dort steht das Gesetz gegen den Handel mit illegal eingeschlagenem Holz (Holzhandels-Sicherungs-Gesetz - HolzSiG) auf der Agenda, das im Juni eingeführt werden soll und vom Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) unterstützt wird. "Mit diesem Gesetz, das auf eine für die Holzwirtschaft wichtige europäische Regelung zurückgeht, werden wir in die Lage versetzt, dem weltweiten illegalen Holzeinschlag wirksam entgegenzutreten", erklärt HDH-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas.

Jährlich gehen durch illegalen Holzeinschlag rund 13 Mio. Hektar Wald verloren. Das ist mehr als die gesamte Waldfläche Deutschlands. Dem soll mithilfe des neuen Gesetzes, das auf einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2005 zur Holzeinfuhr aus den Partnerländern der EU basiert, nun ein Riegel vorgeschoben werden.

Die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz ist dann generell verboten und es wird weitreichende Sorgfaltspflichtregeln geben, an die sich die Marktteilnehmer halten müssen. Diese werden aus insgesamt drei Stufen bestehen: Zunächst muss der Importeur Informationen zu den Hölzern und Holzprodukten vorhalten. Dazu zählen beispielsweise die Holzart, seine Herkunft und Fakten zum Lieferanten. Der zweite Schritt besteht aus der Risikobewertung, bei der Informationen zu den Herkunftsländern, dem Lieferanten und zu den zur Disposition stehenden Holzarten zugrunde liegen. Teil Drei der Sorgfaltspflichtregeln besteht schließlich aus einer Risikoreduzierung - hier gilt es dann zum Beispiel, zusätzliche Informationen zu beschaffen, die belegen, dass das Holz nicht aus einem illegalen Einschlag stammen kann.

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