Light + Building
Technologien für energieoptimierte Gebäude und Quartiere
Großstädte wie Berlin sind zweifelsohne "Energiefresser" und damit auch zu 80 Prozent für den weltweiten Ausstoß von Klimagasen verantwortlich. Daher muss die Energiewende vor allem dort vorangetrieben werden. Berlin zeigt
Großstädte wie Berlin sind zweifelsohne "Energiefresser" und damit auch zu 80 Prozent für den weltweiten Ausstoß von Klimagasen verantwortlich. Daher muss die Energiewende vor allem dort vorangetrieben werden. Berlin zeigt sich dabei kreativ und avantgardistisch, entwickelt anspruchsvolle Ideen. Dazu gehört das Projekt "Energiestrategie Berlin Adlershof 2020" am renommierten Wissenschafts- und Technologiestandort Adlershof. Die Betreiber wollen die Effizienzpotenziale am Standort erheben und dafür innovative Technologien etablieren. So soll es gelingen, 30 Prozent Primärenergie bis 2020 in Adlershof einzusparen.
Das Projekt integriert 450 Gebäude in unterschiedlichem Zustand, über 900 Unternehmen, 16 wissenschaftliche Einrichtungen und ebenso 23.000 Menschen, die hier forschen, studieren, produzieren, Dienstleistungen anbieten und wohnen. Der Standort gilt als das größte innerstädtische Entwicklungsgebiet europaweit. Es stehen auf 467 Hektar sanierte Plattenbauten, denkmalgeschützte und unsanierte Gebäude, preisgekrönte Glasarchitektur, futuristische Forschungslabors sowie moderne Hörsäle der Humboldt-Universität. Bis 2020 wird auf 14 Hektar des Areals ein neues "Wohngebiet am Campus" entstehen. "Der Primärenergiebedarf steigt perspektivisch von derzeit 360 auf etwa 825 Gigawattstunden – wenn wir nichts tun. Es besteht also dringend Handlungsbedarf", so Dr. Beate Mekiffer, von der Betreibergesellschaft WISTA Management und Leiterin des Projekts. Der Bund sieht dies ebenso und fördert das deutschlandweit einzigartige Clusterprojekt "Energiestrategie Berlin Adlershof 2020".
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Bau der künftigen Siedlung "Wohnen am Campus". Etwa 100 der geplanten 1.300 Wohnungen entstehen in einer Plusenergiesiedlung, wo mehr Energie erzeugt als verbraucht wird. Dazu ist der Bau einer leistungsstarken Solaranlage und Kraftwärmekopplung zur dezentralen Stromversorgung vorgesehen. Die TU Berlin prüft zudem mit Partnern die Integration einer Smart Grid Lösung für ein intelligentes Stromnetz.
Neben der Energieeinsparung setzen die Bertreiber auf den vermehrten Einsatz regenerativer Energien. Bislang setzte Adlershof vor allem auf Photovoltaik. Künftig soll diese mit Geothermie, Windenergie aus dem brandenburgischen Umland oder mit dezentralen BHKW ergänzt werden. Dr. Beate Mekiffer: "Wir kooperieren bei all dem eng mit Wissenschaftlern Österreichs und der Schweiz, die ebenfalls Energiepotenziale in Modellquartieren erforschen. Das Projekt ,Energiestrategie Berlin Adlershof 2020' soll dabei Vorreiter sein."
Zur Light + Building vom 30. März bis 4. April 2014 zeigen rund 2.300 internationale Hersteller ihre Neuheiten in den Bereichen Licht, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation sowie Software für das Bauwesen. Sie präsentieren marktreife intelligente Technologien, um den Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig den Komfort für die Nutzer zu steigern. Außerdem widmet sich die Sonderschau "Smart Powered Building – Ihr Gebäude im Smart Grid" der Bedeutung des Gebäudes bei der Umstellung auf eine dezentrale Energieversorgung.

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