Lucas Heumann

“Talsohle ist noch nicht durchschritten”

In einem Gespräch mit der "Neuen Westfälischen" gab Lucas Heumann heute zu Protokoll, dass er mit weiteren Pleiten rechnet. Die Insolvenz der Welle Möbel GmbH sei nicht die letzte in

In einem Gespräch mit der "Neuen Westfälischen" gab Lucas Heumann heute zu Protokoll, dass er mit weiteren Pleiten rechnet. Die Insolvenz der Welle Möbel GmbH sei nicht die letzte in diesem Jahr. "Die schlimmste Phase kommt erst noch." Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung glaubt demnach, "dass die Talsohle noch nicht durchschritten ist".
Heumann prophezeit: Die Zeit nach der Sommerpause werde besonders kritisch. Denn ein Polster für das "Sommerloch" fehle in diesem Jahr. Der Branchenkenner kritisierte vor allem die Banken, die im Vorfeld von Basel II "momentan nach der Rasenmähermethode vorgingen und Branchenkriterien statt individueller Merkmale als Maßstab bei der Kreditvergabe ansetzten." Weiter: "Die Großbanken ziehen sich systematisch aus der Finanzierung des Mittelstandes zurück." Sparkassen und Genossenschaftsinstitute blieben als Kreditgeber übrig, hätten aber Schwierigkeiten bei der Refinanzierung.
Der Verbandschef schätzt darüber hinaus, dass etwa die Hälfte aller Möbelhersteller in OWL derzeit rote Zahlen schreibt. Bei der anderen Hälfte sei die Erlössituation unbefriedigend. Die Umsatzrendite liege im Schnitt unter einem Prozent vor Steuern.
Heumann geht davon aus, dass die hiesige Möbelindustrie im ersten Quartal ein Minus von sieben bis acht Prozent hinnehmen musste. Während der Absatz im Polstermöbelsektor noch einigermaßen laufe, liege das Minus im Kastenmöbelbereich im zweistelligen Prozentbereich.