Ganz nah dran am chinesischen Produktionsstatus ist MCA Furniture. Auf dem Bild ist der Messestand im Rahmen der letzten Furniture China zu sehen.

MCA Furniture

Stimmungsbild aus China - Hersteller sind wieder voll lieferfähig

Das Lieferanten-Netzwerk von MCA Furniture ist wieder voll funktionsfähig, wie die beiden Geschäftsführer Ulrich Heitmann und Christian Chemnitz gegenüber der "möbel kultur" bestätigen. Demnach haben alle Produzenten ihre Fertigung wieder aufgenommen, der Norden Chinas liege bei 90 Prozent Produktionskapazität, der Süden bei nahezu 100 Prozent der Leistung verglichen mit dem Status vor der Pandemie.

Woran es in der Volksrepublik allerdings gerade hapert, bringt Christian Chemnitz auf den Punkt: "Sie brauchen Aufträge." Denn die Lieferkapazitäten sind im Moment höher als der weltweite Bedarf. Gerade das volumenstarke US-Geschäft schwächelt logischerweise stark. Und klar ist, dass wechselseitige Abhängigkeiten in dieser Phase doppelt schwer wiegen. Umso wertvoller sind den Chinesen gerade die Geschäftsbeziehungen mit Europa. "Teilweise haben chinesische Lieferanten in der Vergangenheit die kleinen Mengen belächelt, die im Vergleich mit den USA bestellt wurden. Jetzt merken viele, dass das Europa-Geschäft einen wesentlichen Teil zur Wertschöpfung beiträgt", erklärt Ulrich Heitmann. Das könne auch einen langfristigen positven Effekt auf die chinesisch-europäischen Handelsbeziehungen haben. Gleichzeitig sind die Chinesen froh, dass US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Tagen auf handelpolitische Deeskalation setzte und Währungseffekte für zusätzlichen Rückenwind für die Exporte in die USA sorgten.

Auch der Lieferverkehr per Container verläuft wieder in ruhigen Bahnen. MCA verzeichne in puncto Lieferzeiten nur wenige Ausnahmen, ansonsten laufe alles im grünen Bereich. Dennoch denkt man auch bei MCA darüber nach, wie die Logistik nach Corona auszusehen hat und ist dabei, Pläne für eine größere Lagerfläche umzusetzen, um dem Handel (noch) mehr Sicherheit zu bieten.

Dass sich die Lage in China so schnell beruhigt, ist natürlich auch nocht nicht sicher. Wenn sich ein Gerücht bestätigt, das andere Importeure in Bezug auf die Region Guangzhou aufgeschnappt haben, häufen sich die Corona-Fälle in dieser wichtigen Produktionsgegend wieder. Christian Chemnitz vermutet, dass es so schlimm nicht kommt: "Es wird wohl eine kleine zweite Welle geben, die allerdings nicht in die Statistiken aufgenommen wird. Arbeiter mit leichten Symptomen werden wohl einfach ,nachhause geschickt'." Auch Ulrich Heitmann glaubt, dass es zu einem kompletten Shutdown des Landes wohl nicht mehr kommen wird. Die Chinesen haben aus der ersten Welle ihre Schlüsse gezogen, weshalb zukünftig wohl eher gezielte Maßnahmen auf lokaler Ebene auf dem Plan stehen. Das ist aber nicht anders als in Südkorea oder Deutschland."

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